Der Bildhauer Rolf Szymanski (1928–2013) war ein enger künstlerischer Weggefährte von Gerhard Altenbourg (1926–1989). Beide Künstler wurden zunächst von der Westberliner Galerie Springer und später von der Galerie Brusberg vertreten. Dieter Brusberg war es auch, der bereits in den 1990er-Jahren Altenbourg und Szymanski gemeinsam ausstellte. Das Menschenbild, vor allem die weibliche Figur, steht im Zentrum von Szymanskis Kunst. Die Liebesgöttin Astarte, die "Warschauer Nixe", das "Fräulein in Algier" sind nur einige der Damen, die sein Werk bevölkern: deformiert, üchtig – und immer auch erotisch.

Werktitel wie "Verständigung der Auguren über ein Geschick" oder "Flügel der Morgenröte" bei Altenbourg und "Die Frauen von Messina" und "Eng sind die Schiffe" bei Szymanski weisen Mythologie und Dichtung für beide Künstler als wesentliche Inspirationsquellen aus. So beginnt eine große Anzahl von Bronze guren Szymanskis einen Dialog mit Arbeiten Altenbourgs.

2018 wäre Rolf Szymanski neunzig Jahre alt geworden. Dies ist uns Anlass, vor allem die Bronzestatuetten aus dem Besitz von Gerhard Altenbourg, aber auch weitere Arbeiten Szymanskis aus zwei Privatsammlungen den Zeichnungen Altenbourgs gegenüberzustellen und so der geistigen Verwandtschaft beider Künstler nachzuspüren.

In den Dialog der beiden bedeutenden deutschen Künstler der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts einbezogen wird auch ihre Korrespondenz. Für die Unterstützung dabei danken wir der Tochter des Künstlers, Tekla Szymanski, New York, und der Stiftung Gerhard Altenbourg.

"Lassen wir die Anmut und die Verklärung in ihren Rechten, eine Linie kann alles." Gerhard Altenbourg an Rolf Szymanski, 10. Januar 1977 


18.03. - 24.06.2018

Buben, Damen, Könige – Rolf Szymanski und Gerhard Altenbourg

Lindenau-Museum

Gabelentzstraße 5
04600 Altenburg