Am 14. Oktober wäre Wolf Vostell 85 Jahre alt geworden. Aus diesem Grund zeigt das museum FLUXUS+ in Potsdam in der Dauerausstellung das halbjährige Sonderthema SKIZZEN UND SKULPTUREN.

Wolf Vostell (1932 - 98) war einer der vielseitigsten, deutschen Künstler der 1960er Jahre. Er absolvierte eine Lehre als Fotolithograf, studierte in Wuppertal und an den Akademien in Paris und Düsseldorf freie Malerei, experimentelle Typografie, Grafik und Anatomie. Er war bis zu seinem frühen Tod als Maler, Fluxus- und Happening-Künstler, Grafiker, Komponist, Videopionier und Bildhauer tätig. Seine Werke bilden einen Schwerpunkt in der Sammlung im museum FLUXUS+.

Wolf Vostell war Mitbegründer der Fluxus-Bewegung und nahm 1962 an den „Fluxus Internationale Festspiele neuester Musik“ in Wiesbaden teil, zusammen mit Nam June Paik, Emmett Williams, Ben Patterson, George Maciunas und anderen.

Seit den frühen 1960er-Jahren setzte Wolf Vostell in seinen Happenings, Aktionen und Installationen eine Vielzahl von Medien und Materialien ein. Jedes Thema und jeder Werkzyklus wurde immer mittels vieler Ausdrucksarten bearbeitet. So schuf Wolf Vostell Bronzeskulpturen, die in mehrfachen Auflagen als Entwurfsmodell dienten, ein Hauptwerk wiedergaben oder eigenständig Ausdruck einer künstlerischen Idee waren.

Das museum FLUXUS+ wird für ein halbes Jahr elf Bronzen, die mehrheitlich bisher nicht der Öffentlichkeit gezeigt wurden, in die bestehende Dauerausstellung integrieren. Skizzen, Fotos und Erläuterungen ergänzen diese Exponate.

Insbesondere die Bronze „Zwei Beton-Cadillacs in Form der nackten Maja“ (1986) dürfte vielen Berliner_innen und Brandenburger_innen bekannt sein. Die hierzu gehörige Großskulptur auf dem Rathenauplatz in Berlin, am westlichen Ende des Kurfürstendamms, entstand im Rahmen der 750-Jahr-Feier für den Skulpturenboulevard. Die Skulptur wird in Verbindung mit den Autos, die täglich um den Rathenauplatz fahren, zur „Ereignis-Plastik“. Vostell beschrieb den stetig umkreisenden Autoverkehr als „24-stündigen Tanz ums goldene Kalb“.

Eine Neuerwerbung wird gleichfalls erstmalig gezeigt. Der Objektkasten „Luftpumpen- Museum“ zeugt von Vostells Auseinandersetzung mit der Diskussion um den Neubau für die Kunstsammlung Ludwig in der rheinischen Stadt Köln. Anfang der 1970er Jahre entstand der Wunsch nach einem neuen Museum für diese Sammlung. Vostell entwickelte damals die Idee des „Luftpumpen-Museums“. Die Arbeit von 1972 ist eine „Objektfassung“ dieser Idee.