Der renommierte Wolfsburger Kunstpreis „Junge Stadt sieht Junge Kunst“ wird im Jahr 2017 an den Berliner Künstler Julius von Bismarck vergeben. In ihrer Begründung schreibt die Jury:

 „Julius von Bismarck versteht es in seinen Arbeiten, auf hohem intellektuellem und ästhetischem Niveau, künstlerische und politische Themen miteinander zu verknüpfen. Aus der gesamten Vielfalt der Medien schöpfend, entwickelt er dabei künstlerisch wie technisch innovative Arbeiten, welche der kritischen Reflexion drängender Fragen unserer Zeit mit großer Erfindungsgabe einen höchst eigenständigen Ausdruck geben.“ 

Die Auszeichnung geht einher mit der Übergabe des Preisgeldes, einer Einzelausstellung sowie einer begleitenden Publikation. Zusätzlich gibt es einen Ankauf für die Sammlung der Städtischen Galerie Wolfsburg. Ausstellungsort und Veranstalter ist die Städtische Galerie Wolfsburg unter der Leitung von Prof. Dr. Susanne Pfleger.

Der Preis wurde 1959 erstmals verliehen und versteht sich als eine fördernde Initiative für Künstlerinnen und Künstler, die sich in der Mitte ihrer Laufbahn befinden. Idealerweise kann er als Katalysator für Rückschau und Weiterentwicklung wirken. In den vergangenen Jahren wurden u.a. Thomas Schütte, Olaf Nicolai, Katharina Fritsch, Jörg Herold, Angela Bulloch, Bernhard Martin und Bettina Pousttchi ausgezeichnet.

Die Arbeiten von Julius von Bismarck sind als künstlerische Forschung zu verstehen, als Versuch und Methode zugleich, die im Allgemeinen als getrennt begriffenen Systeme der Kunst und der Wissenschaft zu verbinden. „Ich ziehe meine Inspiration aus der Wissenschaft und arbeite künstlerisch“, sagt er selbst. Mit seinen Installationen, Videoarbeiten und Performances untersucht Julius von Bismarck den menschlichen Wahrnehmungsapparat und fordert unsere perzeptiven Gewohnheiten heraus. Sein interdisziplinärer Ansatz ist eine schöpferische Befragung der Welt und der Natur, die der Mensch zunehmend verwandelt.

Bekannt geworden mit einer Performance-Reihe, in der von Bismarck Naturelemente aber auch Monumente auspeitscht, beschäftigt er sich in den aktuellen Arbeiten mit dem Traum der Flucht von dem Planet Erde und dokumentiert den damit verbundenen Energieaufwand.

Einem größeren Publikum bekannt wurde Julius von Bismarck 2015, als er auf der Art Unlimited der Art Basel seine Performance „Egocentric System“ vorführte, die sich rasant zu einem Publikumsmagneten entwickelte. Dabei setzte er sich selbst ins Zentrum einer schnelldrehenden Betonschüssel. An einem Tisch sitzend oder auf einer Matratze liegend testete der Künstler Raum und Geschwindigkeit, während die Welt außerhalb seines Systems an den Rand rückte.

Unter dem Titel „Gewaltenteilung“ wird vom 11. November 2017 bis zum 3. Juni 2018 die mit der Preisverleihung am 11. November 2017 um 19 Uhr verbundene Einzelausstellung des Künstlers in der Städtischen Galerie Wolfsburg realisiert.


Öffnungszeiten:
Dienstag: 13:00 - 20:00 Uhr
Mittwoch - Freitag: 10:00 - 17:00 Uhr
Samstag: 13:00 - 18:00 Uhr
Sonntag: 11:00 -18:00 Uhr

Weitere Informationen direkt unter: staedtische-galerie-wolfsburg.de