Dem Schaffen des tschechischen Bildhauers Jan Fišar (1933–2010) widmet sich die neue Kabinettausstellung des Glasmuseum Hentrich im Museum Kunstpalast. Ausgangspunkt ist eine Schenkung der Hamburger Sammlerin Frauke Thole, die dem Glasmuseum im letzten Jahr 27 Arbeiten des Künstlers übereignet hat. Diese zwischen 1987 und 2002 entstandenen Werke werden nun erstmals öffentlich präsentiert.

"Wir freuen uns sehr über diese großzügige Schenkung von Frauke Thole. Sie ist eine willkommene Bereicherung für den eigenen Bestand tschechischer Glaskunst in unserem Glasmuseum. Zudem ist diese Schenkung Ausdruck des bürgerlichen Engagements, das den Aufbau der Glassammlung in Düsseldorf ermöglicht hat und uns hoffentlich auch in die Zukunft begleiten wird." (Felix Krämer, Generaldirektor Museum Kunstpalast)

Jan Fišar studierte in den 1950er-Jahren Bildhauerei an der Hochschule für angewandte Kunst in Prag bei Prof. Josef Wágner. Von Beginn seiner künstlerischen Laufbahn an arbeitete er mit den verschiedensten Materialien – Bronze, Holz, Keramik, Stein. Mit Glas befasste er sich erst seit 1966, als die Glaskünstler Stanislav Libenský und Jaroslava Brychtová ihn einluden, an ihrem Projekt für die Weltausstellung 1967 in Montreal mitzuwirken. Mit großer Selbstverständlichkeit trat hier Glas als ein Material der freien Kunst auf, und es wurde in den folgenden Jahren zum fast ausschließlichen Material in seiner Arbeit. Somit gehört Jan Fišar zu den sehr wenigen "Glaskünstlern", deren Zugang zu dem Material nicht vom Glas(kunst)handwerk her erfolgte, sondern von der Bildhauerei. Jan Fišar war im Düsseldorfer Glasmuseum bislang nur mit zwei Werken aus den sechziger und siebziger Jahren vertreten. 

"Glas ist schön, und es ist gefährlich. Glas ist ein technologisches Problem, und das ist auch gefährlich." - "Was meint Fišar damit? Ist es vielleicht ein Hinweis auf die Versuchung, der gestalterischen Technik größere Bedeutung zukommen zu lassen als der künstlerischen Aussage? Fišar zielt aber wohl auch auf eine andere Gefahr, die in der Schönheit des Materials selbst begründet liegt: Kaum ein anderer Werkstoff ist von sich aus so schön – und damit besonders dankbar für die Produktion von Kitsch." (Dedo von Kerssenbrock-Krosigk, Kurator und Leiter Glasmuseum Hentrich)

Der dem Glasmuseum Hentrich langjährig verbundene Kooperationspartner glasstec – Messe Düsseldorf ist Sponsor dieser Ausstellung.