Die Besucherinnen und Besucher – kleine und große – sind eingeladen, mit Papier und Bleistift Skulpturen des 20. Jahrhunderts aus der Sammlung des Sprengel Museum Hannover zeichnerisch zu entdecken. Das Museum wird in einem Sammlungsraum des Erweiterungsbaus zu einem Ort des Anschauens und „Sich-Zeit-nehmens“, des aktiven Verweilens und eines „entschleunigten Blicks“.

Die durchschnittliche Betrachtungsdauer eines Kunstwerks liegt bei 11 bis 20 Sekunden, – das sind 3 bis 4 Atemzüge, oder die Dauer des Klicks auf den Auslöser der Kamera des Handys. Um dieses ästhetische Erleben zu verlangsamen und das Sehen zu intensivieren kann man in dem Ausstellungsraum Platz nehmen und sich an einem Zeichentisch den Kunstwerken annähern.

Zeichnen ist ein Forschen mit dem Bleistift, genau anschauen und hinsehen und dem Gesehenen einen sichtbaren Ausdruck geben; sich durch das Skizzieren mit dem Kunstwerk vertraut machen und auf diesem Weg mehr über das Kunstwerk zu erfahren.

Von Schulklassen bis zum Einzelbesucher jeden Alters bietet diese Präsentation die Möglichkeit für die Erfahrung sich ein Kunstwerk intensiv und subjektiv anzueignen und zu erleben. Dabei geht es nicht um eine perfekte Zeichnung, sondern um den Prozess einer Annäherung, – jeder so gut er kann.

Den Besucherinnen und den Besuchern als ein Gegenüber werden Skulpturen von Jacques Lip- chitz, Aristide Maillol, Julio Gonzales, Henri Laurens, Man Ray, Marini Marino, Barbara Hepworth, Lynn Chadwick und A. R. Penk präsentiert.

Allen gemeinsam ist die aufrechte Figur, – von der klassischen Aktdarstellung bis zu deren Abs- traktion in Form und Material; – von den Frauenfiguren der beiden französischen Bildhauer Mail- lol und Laurens und dem Italiener Marini, einer wie eine Zeichnung Raum wirkenden Skulptur des Spaniers Gonzales, der strengen Architektonik des aus Litauen stammenden Lipchitz bis zu den abstrakteren Positionen gegenwärtiger Plastik. Dabei bieten die Dreidimensionalität der Skulptu- ren und die unterschiedliche Oberflächenbearbeitung der Bronze und des Holzes verschiedene Ansichten. Die Besucherinnen und Besucher können sich für ihre eigene Ansicht entscheiden oder mehrere Ansichten skizzieren.

Der Museumsbesuch kann sich so mit einem schöpferischen-kreativen Handeln verbinden.