Gegen die Strömung. Reise ins Ungewisse zeigt 19 internationale Positionen der zeitge-nössischen Kunst, die sich mit dem Reisen als existentiellem Wagnis auseinandersetzen. Jeder Aufbruch ist mit Risiken verbunden, ist ein Aufbegehren gegen das Alte und Gewohnte, gegen Beharrungskräfte, die einen zurückhalten oder begrenzen. Jeder Anfang einer Reise setzt den Bruch mit dem Alltag voraus. Er benötigt einen starken, von Innen oder Außen kommenden Impuls, das bisherige Leben zumindest auf Zeit zu verlassen und sich auf den Weg zu machen – gegen alle Widerstände und trotz des ungewissen Ausgangs.

Mit Werken von Bas Jan Ader (NL), Kader Attia (F), Björk (ISL), stanley brouwn (NL), Daniele Cudini (I), Jack Goldstein (CA), Rodney Graham (CA), Kris Martin (BE), Bruce Nauman (USA), Roman Ondak (SVK), Panamarenko (BE), Peter Piller (DE), Anne Pöhlmann (DE), Daniel Richter (DE), Thomas Ruff (DE), Melanie Smith (UK), Javier Téllez (VEN), James Webb (ZAF) und Lawrence Weiner (USA).

Aufbrüche zu Reisen jenseits der Erholungsindustrie: Der Anstoß dafür, sich auf unbekanntes Terrain zu begeben, auf Reisen zu gehen ohne zu wissen, ob man als der- oder dieselbe – wenn überhaupt – wiederkehren wird, kann sehr verschiedene Beweggründe haben. Ob angespornt durch Abenteuerlust, Erkenntnisdrang, schiere Neugierde oder das Bedürfnis nach Selbstbestimmung und Selbstfindung, ob getrieben aus Orientierungslosigkeit oder gezwungen durch Armut, Krieg oder gesellschaftspolitische Umstände: die in der Ausstellung präsentierten Arbeiten umkreisen als zentrales Motiv das im Aufbruch bereits angelegte, einschneidende Moment des Neuanfangs. 

Auf Reisen fließen Vertrautes und Fremdes zusammen, Reisende überwinden Grenzen und bauen Brücken. Hat man die eingrenzende Ordnung des Heims erst verlassen, so ist eine genaue Kenntnis des Ziels gar nicht entscheidend. Die Bewegung selbst wird zum neuen Medium der Wahrnehmung. Die Passage verändert das Befinden und das Bewusstsein, sie erweitert Wissens- und Erfahrungshorizonte. Und immer verspricht der Weg, den man noch vor sich hat, ungeahnte Möglichkeiten, die auch Künstler seit jeher suchten und als Katalysatoren für ihre Arbeit nutzten. Die Einlassung auf das Ungewisse öffnet den Raum für Imagination und Kreativität. Dabei sind die Betrachter aufgefordert, eigene Erfahrungen und Reflexionen mit einzubringen. 

Mit den Künstlerinnen und Künstlern der Ausstellung startet das Museum Morsbroich in eine neue Etappe einer langen Reise, der mit der Museumsgründung im Nachkriegs-deutschland 1951 ein pionierhafter Aufbruch voranging und die seither unzählige kunstaffine Weggefährten begleitet haben. Mit den Reisenden teilt es die Erfahrung, dass die Ungewiss-heit fundmental mit dem Zukünftigen verbunden ist und Weiterentwicklung nur möglich ist, wenn man sich immer wieder auf neues Terrain vorwagt.


Öffnungszeiten:
Donnerstag: 11:00 - 21:00 Uhr (außer feiertags, dann nur bis 17 Uhr)
Dienstag, Mittwoch, Freitag bis Sonntag: 11:00 - 17:00 Uhr 

Weitere Informationen direkt unter: museum-morsbroich.de