Seit den 1990er Jahren hat sich Judith Hopf (*1969 in Karlsruhe, DE) eine unabhängige künstlerische Sprache erarbeitet, die sich in Form von Skulptur, Film, Zeichnung, aber auch Bühnenbild und Performance über die Jahre hinweg beständig aufs Neue behauptet hat. Ihre Arbeiten sind tief verwurzelt in dem Gebrauch alltäglicher Materialien wie Ziegel, Beton, Glas, Verpackungsmaterialien und einfach nachvollziehbaren Produktionsprozessen, mit denen Hopf die in unsere gebaute Umwelt eingeschriebenen, gesellschaftlichen Dynamiken und deren Einfluss auf Verhaltensweisen, Machtstrukturen und gesellschaftliche Codes ergründet.Für ihre Ausstellung Stepping Stairs in den KW setzt Hopf ihre Beschäftigung mit dem Material des Ziegelsteins fort. Die gemauerten Ziegelarbeiten, die den Ausstellungsraum gliedern und ergänzen, nehmen eine prägnante Zwischenstellung innerhalb ihres Werkes ein, das von Skulptur bis (Ausstellungs-) Architektur fluktuiert. In den KW werden die Ziegelsteine mit älteren Arbeitszyklen kontrastiert, u.a. mit einer überarbeiteten Version von Hopfs Laptop-Skulpturen. Die Künstlerin verweist damit auf humorvolle Weise auf unseren Umgang mit Computern und die Tendenz, diese zunehmend als Teil unseres Körpers wahrzunehmen, während wir gleichzeitig als Spezies immer mehr auf Implantate und Prothesen angewiesen sind. Neben den skulpturalen Arbeiten umfasst die Ausstellung in den KW einen neuen Kurzfilm sowie eine großflächige Auftragsarbeit für die Fassade im Innenhof der KW. Bei diesen Arbeiten treten zwei historische KünstlerInnen als direkte Inspirationsgeber hervor: Zum einen der amerikanische Architekt und Architekturtheoretiker John Hejduk (1929–2000) und zum anderen die deutsche Künstlerin und frühere Weggefährtin Hopfs Annette Wehrmann (1961–2010). Im 3. Obergeschoss der KW werden vom 10. Februar bis zum 11. März 2018 neben einer Installation der Luftschlangen von Wehrmann Audioaufnahmen ihrer Texte präsentiert.

Parallel zur Ausstellung entsteht ein umfassendes Kompendium, in dem neue und bereits existierende Texte von Judith Hopf und zentralen WegbegleiterInnen ihrer Arbeit zusammengetragen werden. Die Ausstellung wird kuratiert von Anna Gritz.