Am 14. Januar um 11 Uhr eröffnet die Ausstellung „Christine Rusche – SOUNDINGS“ in der Kunsthalle Rostock. Für den Lichthof des Ausstellungshauses erarbeitete die Berliner Künstlerin eine raumfüllende Wandmalerei.

Seit der Antike haben Künstler Wände nicht einfach nur als Bildträger verwendet, sondern mit Malerei auch Räume geöffnet: Architekturen wurden weitergebaut, Ausblicke auf Landschaften geschaffen und fantastische Sphären in die Alltagswelt hineingeholt. Christine Rusche bezeichnet ihre Arbeiten ganz bewusst als Raum-Zeichnungen, da es ihr nicht um Malerei auf einer einzelnen Wand, sondern um die Erschaffung temporärer Orte geht. Die zeichnerischen Mittel setzt sie so ein, dass durch den Farbgegensatz von Schwarz und Weiß die flächigen Formen des Raumes in eine räumlich-skulpturale Dimension überführt werden.

In Christine Rusches ortsspezifischen Raum-Zeichnungen überlagern sich zwei Raumkonstruktionen: Einerseits der tatsächlich vorhandene, der architektonische Raum, und andererseits der gezeichnete, der imaginäre Raum, der nur auf der Oberfläche des realen Raumes existiert, aber dennoch so präsent ist, dass die raumabschließende Funktion der Wände scheinbar aufgelöst und der Innenraum nach Außen weitergeführt wird. So entsteht ein intensives Wechselspiel zwischen realem und fiktivem Raum, von Zwei- und Dreidimensionalität, von Illusion und Wirklichkeit. (Text: Dr. Anne Schloen)Für die Kunsthalle Rostock hat Christine Rusche eine für den Lichthof entwickelte raumgreifende Malerei realisiert, die sich über die Wände und den gesamten Boden erstreckt. Christine Rusche war 2016 Stipendiatin der Hansestadt Rostock. Seit diesem Jahr kooperiert das Amt für Kultur, Denkmalpflege und Museen als Auslober des Künstlerstipendiums mit der Kunsthalle Rostock, um jährlich einer Stipendiatin bzw. einem Stipendiaten der letzten Jahre eine Einzelausstellung in der Kunsthalle Rostock zu ermöglichen.