Buchstaben, Zahlen, Morsezeichen, Codes, Spiegel, Reflexionen. Die Lichtarbeiten von Brigitte Kowanz faszinieren durch ihre Vielschichtigkeit. Strahlend breiten weiße Neonlinien ihren Schein vor weißen Wänden aus. Sie erfüllen und durchdringen Räume oder bilden – eingefasst in glatte Kästen aus verspiegeltem Glas – eigene, unendliche virtuelle Welten.

"Licht ist, was man sieht. Licht ist Information. Licht ist Leben." beschreibt Kowanz ihren auf den ersten Blick kühl und nüchtern anmutenden Umgang mit diesem Stoff, um den ihr gesamtes künstlerisches Schaffen kreist. Unabhängig davon, ob man es als physikalisches, biologisches oder philosophisches Phänomen betrachtet: Licht ist dem Wesen nach ebenso existenziell wie expansiv. Dies führen Kowanz" Werke mit beeindruckender Prägnanz und Tiefe vor Augen.

Am 21. Januar erhält die international erfolgreiche Wiener Künstlerin im Kunstmuseum Celle den Deutschen Lichtkunstpreis. Mit der Auszeichnung ehrt die Robert Simon Kunststiftung sie für ihr herausragendes Lebenswerk. Brigitte Kowanz ist die dritte Künstlerin, an die der mit 10.000 Euro dotierte Preis vergeben wird. Der Deutsche Lichtkunstpreis wird alle zwei Jahre im Kunstmuseum Celle verliehen. Erster Preisträger war 2014 Otto Piene und zweiter Mischa Kuball 2016.

"Peter Weibel hat Brigitte Kowanz als eine Botschafterin des Lichts bezeichnet. Das trifft es auf den Punkt." begründet Museumsleiter Robert Simon die Entscheidung. "Ihr Schaffen zu und mit Licht ist analytisch brillant und formal herausragend. Brigitte Kowanz hat damit in der internationalen Lichtkunst Maßstäbe gesetzt." 

Das Kunstmuseum Celle – 1998 als 24-Stunden-Kunstmuseum gegründet – beherbergt eine der umfangreichsten Museumssammlungen aktueller Lichtkunst in Deutschland. Anlässlich der Preisvergabe zeigt das Haus eine Auswahl von Arbeiten Brigitte Kowanz, darunter Werke aus dem Österreichischen Pavillon der Biennale Venedig 2017.

Die Ausstellung ist ab 21. Januar 2018, 14.00 Uhr, geöffnet. Ab Einbruch der Dämmerung können Besucher einen Teil der Lichtkunstwerke auch von außen erfahren, beim Gang rund um das Gebäude.