Der 1937 in Hamburg geborene Künstler gehört stilistisch zu den Deutschen Realisten und bevorzugt Themen aus den Bereichen Interieur und Stillleben, die man treffend als „Snapshots alltäglicher Banalitäten“ bezeichnen könnte. Seine Bilder blieben bis heute der „Magie der Realität“ treu und sind aus der deutschen Kunst der letzten 50 Jahre nicht wegzudenken. Sie zeichnet ein fokussierter Blick auf Menschen in Alltagssituationen und in ihrem Verhalten aus, die Kraemer immer wieder mit einem humoristisch präzisen Blick zeigt.

Kraemer war lange Zeit Professor für Malerei und Zeichnung an der Kunsthochschule für Medien in Köln. Die Retrospektive anlässlich seines 80. Geburtstags zeigt eine Auswahl seines umfangreichen Werks.

Die meisten von Kraemers Bildern entstanden, als die Pop-Art ihre Triumphe feierte, Zero und das Informel die gegenstandslosen Seiten im Kunstgeschehen abdeckten und es darüber hinaus die „Kritischen Realisten" gab. In diesem Spannungsfeld bewegte sich Kraemer und lässt mit künstlerischer Präzision und akribischer Freude am Detail in seinem Werk Wirklichkeit sichtbar werden. Dabei klagt er nicht an, sondern stellt fest. Die formale Kraft mancher Bilder wirkt in unserer heutigen Weitsicht fremd und weckt nostalgische Gefühle bei denen, die die Jahre zwischen Wirtschaftswunder und 70ern erlebt haben. Kraemers Gemälde spiegeln den damaligen Zeitgeist wider.

In der Reihe „Szene Rheinland“ zeigt das LVR-LandesMuseum Bonn immer wieder zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler, deren Positionen in ihrer Eigenständigkeit und Konsequenz eine Wirkkraft vom Rheinland aus weit über Nordrhein-Westfalen hinaus in die nationale und oft auch internationale Kunstszene hinein entfalten. Das Spektrum reicht dabei von Malerei und Zeichnung über Bildhauerei zu Fotografie bis hin zu installativen Ansätzen. Zu sehen sind diese Ausstellungen im dritten Obergeschoss des LVR-LandesMuseums.