Das Drents Museum und die Kunsthalle Emden präsentieren gemeinsam die internationale Doppelausstellung „The American Dream“. Die umfangreiche Übersichtsschau zum Amerikanischen Realismus von 1945 bis heute läuft in Assen (Niederlande) und Emden (Deutschland) parallel. Namhafte Künstler wie Edward Hopper, Andy Warhol, Roy Lichtenstein und Chuck Close bringen dem Besucher die amerikanische Kunst, Kultur und Geschichte der Nachkriegszeit näher.

Anhand der Themen Mensch, Stadtleben, Landschaft, Genre und Stillleben bieten das Drents Museum und die Kunsthalle Emden einen faszinierenden Einblick in den 'American way of life'. Damit ist die Ausstellung mehr als nur ein kunsthistorischer Überblick. Die Werke, die aus großen amerikanischen Museen, Firmensammlungen und Privatsammlungen vor allem an der Ostküste stammen, nehmen die Betrachter mit auf eine Reise durch die Kultur und die Geschichte der USA in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. 

Die Kunsthalle Emden setzt die Doppelausstellung dort fort, wo der erste Teil im Drents Museum endet, und präsentiert Werke aus der Zeit 1965-2017. Die “American Flags” von Jasper Johns hatten bereits 1957 einen Bruch mit den gängigen Darstellungskonventionen markiert. Nun richten die Künstler der Pop Art wie beispielsweise Andy Warhol den Blick auf Objekte des alltäglichen Lebens, der Werbung und des Konsums. Der Fotorealismus entwickelt sich ab der Mitte der 1960er Jahre im Werk, u.a. von Malcolm Morley und Chuck Close. Typisch ist ihre handwerkliche Perfektion, beispielsweise bei Charles Bell, Ralph Goings, Robert Bechtle, Audrey Flack und Richard Estes. Als Gegenbewegung dazu orientieren sich die Maler des heute noch in den USA weit verbreiteten Klassischen Realismus ab den 1970er Jahren an der Kunst der Renaissance, des Barock oder des 19. Jahrhunderts.

Die duplizierte Realität
Ab den späten 1960er Jahren gewinnen Repliken an Bedeutung. Die Annäherung der Kunst an die Wirklichkeit nimmt nun die Gestalt einer duplizierten Realität an. Repliziert wird alles: von der Pinseldose über die Waschpulverbox bis hin zur menschlichen Figur. Diese oft faszinierend echt wirkenden Kunstobjekte, zum Beispiel von Andy Warhol oder Duane Hanson, verwischen die Grenze zwischen Kunst, Illusion und Wirklichkeit. 

Die Kunst reflektiert das Leben
Vielen Künstlern des Realismus geht es nicht lediglich um eine naturnahe Darstellung, sondern auch um eine kritische Auseinandersetzung mit den Erscheinungen ihrer Zeit, mit gesellschaftlichen Phänomenen und historischen Ereignissen: der Kalte Krieg (1945-1990), die Bürgerrechtsbewegung, der Mord an Martin Luther King 1968 und jener an John F. Kennedy 1963, der Vietnamkrieg 1964-1975, die Mondlandung 1969, der Golfkrieg 1991/2003 oder der Anschlag vom 11. September 2001. Auch soziale Unruhen, das Entstehen der Subkultur in den Städten, Drogen, Aids und Probleme der Waffengesetze stehen im Fokus.

Prolog und Ausblick auf Assen
Einführend eine Auswahl von Werken aus der Zeitspanne des ersten Ausstellungsteils im Drents Museum präsentiert. Mit diesen älteren Werken unter anderem von Edward Hopper, Raphael Soyer, Andrew Wyeth und Larry Rivers, gibt die Kunsthalle Emden einen Vorgeschmack auf die Schau in Assen.

Künstlerliste Emden
Diane Arbus, Charles Atlas, Robert Bechtle, Charles Bell, Robert Birmelin, Tom Blackwell, Anthony Brunelli, Kathe Burkhart, Chuck Close, Davis Cone, Rackstraw Downes, Don Eddy, Nicole Eisenman, Richard Estes, Max Ferguson, Eric Fischl, Audrey Flack, Lee Friedlander, Robert Gniewek, Ralph Goings, Daniel Greene, Karl Haendel, Duane Hanson, Barkley Hendricks, Edward Hopper, Peter Hujar, Don Jacot, Yvonne Jacquette, Alex Katz, Ken Keeley, Kurt Knobelsdorf, John Koch, Robert Longo, Tony Matelli, Richard McLean, Edward Melcarth, Catherine Murphy, Alice Neel, Jud Nelson, Gordon Parks, Fairfield Porter, Richard Prince, Bill Rauhauser, Larry Rivers, Stone Roberts, Terry Rodgers, Aaron Romine, Martha Rosler, Judith Joy Ross, Ephraim Rubenstein, Megan Rye, Peter Saul, Dee Shapiro, Cindy Sherman, Stephen Shore, Lorna Simpson, John French Sloan, Moses Soyer, Raphael Soyer, Andy Warhol, Idelle Weber, Neil Welliver, Kehinde Wiley, Garry Winogrand, Andrew Wyeth, Jamie Wyeth.

Ausstellungskatalog
The American Dream. Amerikanischer Realismus 1945-2017. Hrsg.: Katharina Henkel, Antje-Britt Mählmann und Annemiek Rens. Mit Texten von Tim Jelfs, Dana Miller, Peter Trippi u.a., 204 Seiten, ca. 200 farbige Abb., Hardcover, deutsche und niederländische Ausgabe, Preis an der Museumskasse 25 €.