Mit der bisher größten Retrospektive von Werken aus 70 Arbeitsjahren präsentiert die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf die 102 Jahre alte kubanisch- amerikanische Künstlerin Carmen Herrera. In Havanna 1915 geboren, zählt sie zu den Pionierinnen des abstrakten Expressionismus in Amerika. Die umfassende Ausstellung zeigt rund 70 Werke aus den Bereichen Malerei, Grafik und Skulptur. Lines of Sight widmet sich zunächst der zentralen Schaffensphase Carmen Herreras zwischen 1948 und 1978, in der die Künstlerin ihren eigenen, auf radikaler Vereinfachung basierenden Stil entwickelt hat. Bis heute produziert die Künstlerin herausragend frische, kraftvolle Arbeiten, die im zweiten Teil der Düsseldorfer Retrospektive zu sehen sind. Carmen Herrera, die in New York lebt, ist vom Kunstmarkt lange ignoriert worden und hat ihr erstes Bild im hohen Alter von 89 Jahren verkauft.

Sechs Jahre verbrachte Herrera zu Beginn ihrer Laufbahn bis 1953 in Paris, wo sie die Kunst der Réalités Nouvelles, des Bauhauses und der russischen Suprematisten für sich entdeckt hat. Zurück in New York schuf sie – teils in ganzen Bilderzyklen wie Blanco y Verde (1959/71) – ihre kompromisslosen, auf zwei Farbakkorden basierenden geometrischen Abstraktionen. Die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen erweist mit dieser bislang umfangreichsten Retrospektive der lange „übersehenen“ Künstlerin eine überfällige Anerkennung.

Lines of Sight wurde vom Whitney Museum of American Art in New York konzipiert und wird im K20 in abgewandelter und wesentlich erweiterter Form gezeigt.


Öffnungszeiten:
Dienstag - Freitag: 10:00 - 18:00 Uhr 
Samstag, Sonntag und Feiertag: 11:00 - 18:00 Uhr
Montag: geschlossen

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