Vor dem Hintergrund des 50-jährigen Jubiläums der Kunsthalle Düsseldorf in ihrem heutigen Gebäude setzt sich die Ausstellung mit dem Themenkomplex „Archiv“ auseinander. Der Titel der Ausstellung legt den Fokus dabei bewusst nicht auf das Thema selbst, sondern vielmehr auf die künstlerische Perspektive und den Prozess der Erarbeitung: Professor*innen und Studierende der Kunstakademie Düsseldorf, der Kunstakademie Münster und der Kunsthochschule für Medien Köln wurden eingeladen, sich mit den Themen Archiv, dem Archiv der Kunsthalle Düsseldorf oder auch einzelnen Aspekten wie der Architektur, spezifischen Arbeiten oder der (Ausstellungs-)Historie der Kunsthalle auseinanderzusetzen. Der Begriff „Arbeitstitel“ ist dabei fester Bestandteil des Ausstellungstitels und indiziert, dass es sich um ein experimentelles Format mit offenem Ausgang handelt, angelehnt an das Format der legendären between-Reihe Ende der 1960er Jahre.

Neben einer Beschäftigung mit Archivmaterialien der Kunsthalle erfolgen Auseinandersetzungen mit der Idee des Archivs auch weitläufiger und abstrakter, indem das Archiv als Ort der Erinnerung zwischen wertvollem Erbe, historischer Last, Speicher-Architektur u.v.m. betrachtet wird. Die Kategorie Archiv und die Kategorien, anhand derer ein Archiv angelegt wird und so Kunstgeschichte, kulturelle Identitäten und individuelle Mythologien hervorbringt, werden ebenfalls befragt. Welche Rolle spielen Archive für das eigene künstlerische Schaffen oder die Wahrnehmung einer Institution? Wie wird aus der Jetzt-Zeit heraus mit der spezifischen Vergangenheit umgegangen und diese bewertet? Inwiefern stellen nicht nur kollektive, sondern auch private Archive selbst Formen künstlerischer Praxis dar?

Die Ausstellung erstreckt sich über einen Zeitraum von 16 Wochen, innerhalb derer rund 100 Projekte im Wechsel gezeigt werden. Eröffnet wird mit einer auf ihre architektonischen Grundlagen reduzierten Halle, deren 50-jähriges Jubiläum und die 500 Ausstellungen umfassende Geschichte gefeiert werden. Die Entstehung einzelner Werke sowie auch Auf- und Umbauphasen finden während der Öffnungszeiten statt und können von den Besucher*innen verfolgt werden. Zeitgleich mit den Projekten wird vor Ort der Ausstellungskatalog von Studierenden der Köln International School of Design (KISD) entwickelt.

Unter dem Label „Performing Archive“ wurden zudem einzelne Künstler*innen, Musiker*innen und Kurator*innen eingeladen, über die Ausstellung hinausgehende Auseinandersetzungen in Form von Tanz, Performances, Konzerten und Vorträgen zur Geschichte der Institution zu präsentieren.