Richard Deacon erhält für sein Lebenswerk den Ernst Franz Vogelmann-Preis für Skulptur 2017. Mit dem Preis ist eine Einzelausstellung in der Kunsthalle Vogelmann verbunden. Die gemeinsam mit dem britischen Bildhauer und Turner-Preisträger angelegte Zusammenschau umreißt 50 Jahre künstlerische Produktion. Noch nie öffentlich ausgestellte Arbeiten aus der Frühzeit und prominente Einzelwerke zeigen das außergewöhnliche Spektrum seiner Materialien und Formen bis in die jüngste Gegenwart.

Das bildhauerische Schaffen Richard Deacons (*1949) umkreist seit mehr als vier Jahrzehnten virtuos die Grundfragen der Skulptur, deren Wahrnehmung und raumgreifende Wirkung. Dabei reizen ihn Möglichkeiten und Grenzen der verwendeten Materialien genauso wie das In-Beziehung-Setzen mit dem Betrachter durch Sprache. Seine rätselhaften Form(er)findungen fordern somit Körper und Intellekt gleichermaßen. Für die industrielle und handwerkliche Arbeit bezieht er Fachleute, beispielsweise für Holz, Stahl oder Keramik, ein. Ihre Erfahrungen und Anregungen nimmt er genauso kreativ an wie die Herausforderungen und möglichen Fehler beim jeweiligen Produktionsprozess. Das Ergebnis sind häufig raumgreifende Skulpturen, die aufgrund ihrer Mehransichtigkeit und besonderen Ästhetik faszinieren.

Seit 2007 lobt die Ernst Franz Vogelmann-Stiftung alle drei Jahre gemeinsam mit den Städtischen Museen den gleichnamigen Preis aus und würdigt Bildhauer, deren künstlerisches Lebenswerk innerhalb der Entwicklung der Skulptur und Plastik wegweisende Impulse setzen konnte. Die Liste der vergangenen Preisträger zeigt mit Roman Signer, Franz Erhard Walther und Thomas Schütte allesamt Künstler, die internationale Anerkennung erfahren. Die beiden letzteren wurden unter anderem mit dem Goldenen Löwen der Biennale in Venedig ausgezeichnet.

Die Ausstellung „About Time“ steht unter der Schirmherrschaft der Britischen Botschaft, Berlin.