Sammlungspräsentation

Die Sammlung der Berlinischen Galerie präsentiert sich mit rund 250 Werken als facettenreicher chronologischer Rundgang durch die Kunst Berlins von 1880 bis 1980. Er reicht von der großbürgerlich geprägten Malerei der Kaiserzeit Ende des 19. Jahrhunderts über den Expressionismus und die osteuropäische Avantgarde bis hin zur Architektur der Nachkriegsmoderne sowie der Heftigen Malerei der Siebziger Jahre.
Entsprechend der interdisziplinären Ausrichtung der Sammlung treten Hauptwerke aus Malerei, Grafik, Skulptur, Fotografie und Architektur in einen Dialog. Sie zeigen die Vielfalt der künstlerischen Ansätze und Stile, aber auch die Spannungen, Gegensätze und Brüche, die bis in die aktuelle Zeit charakteristisch sind für den Kunststandort Berlin.
Hauptwerke, wichtige Künstler und Epochen

Zu den Hauptwerken der Bildenden Kunst gehören die Gemälde und Skulpturen großer Künstler wie Max Liebermann, Max Beckmann, Naum Gabo oder Wolf Vostell. Zudem sind Werke von weniger bekannten Vertretern des Impressionismus, Expressionismus, der osteuropäischen Avantgarde, der Neuen Sachlichkeit, des Informel oder der figurativen Malerei der 1960er- und 1970er-Jahre zu entdecken. Ein besonderes Augenmerk gilt Künstlerinnen und Künstlern, die durch die beiden Weltkriege und insbesondere durch die Repressionen gegen Kunst und Künstler unter nationalsozialistischer Herrschaft in Vergessenheit geraten sind.

Die Berlinische Galerie verfügt über eine der bedeutendsten Sammlungen zur künstlerischen Fotografie in Deutschland. Als Teil der Sammlungspräsentation zeigt sie den Beitrag Berlins für die Entwicklung des Mediums von etwa 1900 bis 1980. Als Auftakt sind die frühe Straßenfotografie um 1900 (Heinrich Zille), die zeitgleich entstehende Kunstfotografie (Nicola Perscheid) und Landschaftsaufnahmen (F. Albert Schwartz) zu sehen. Darauf folgt die Fotografie der Neuen Sachlichkeit (Fritz Brill) in den 1920er-Jahren und die journalistische Fotografie dieser Zeit (Erich Salomon). Bilder aus der völkisch-konservativen Zeitschrift Volk und Welt illustrieren die Verquickung von Moderne und Propagandismus. Die Nachkriegszeit wird in journalistischen Aufnahmen (Jindrich Marco) aus den späteren 1940er-Jahren erlebbar. Aus den 1950er-Jahren stammen abstrakte Kompositionen, die der Richtung der subjektiven Fotografie zugerechnet werden (Fritz Kühn). Den Abschluss bildet die Fotografie der 1960er-Jahre, die stilistisch die Phase zwischen der subjektiven Fotografie und der Autorenfotografie der 1970er- Jahre markiert (Janos Frecot).

Umfangreiche Konvolute zu Dada (Hannah Höch, u.a.), Neuer Sachlichkeit (Jeanne Mammen, Gertrude Sandmann) und Kunst nach 1945 (Hans Uhlmann, Werner Heldt) sind die Schwerpunkte der Grafischen Sammlung. Während eine große Retrospektive zu Jeanne Mammen (05.10.2017–15.01.2018) zu sehen ist, beleuchten Werke von Gertrude Sandmann oder Hans Uhlmann die schwierigen Jahre zwischen 1933 und 1945 und die Zeichnungen von Werner Heldt den melancholisch grundierten Aufbruch nach 1945.

Die Architektursammlung zeigt neben Otto Bartnings Modell der Sternkirche (Entwurf 1921/1922, Modell nach 1945) fotografische und filmische Projektdokumentationen der 1930er-Jahre zu Werken von Albert Speer und Arno Breker. Darüber hinaus werden anhand von Plänen, Skizzen, Fotografien und Modellen wichtige in Berlin entstandene Projekte und Gebäude der sogenannten Nachkriegsmoderne (1960er-bis 1980er-Jahre) präsentiert.

Künstler (Auswahl): Otto Bartning, Georg Baselitz, Max Beckmann, Rudolf Belling, Otto Dix, Rainer Fetting, Fidus (Hugo Höppener), Naum Gabo, Werner Heldt, Hannah Höch, Hans Hollein, Oskar Kokoschka, Margarete Kubicka, Fritz Kühn, Lotte Laserstein, Max Liebermann, El Lissitzky, Jeanne Mammen, Jind?ich Marco, Ludwig Meidner, Felix Nussbaum, Nicola Perscheid, Iwan Puni, Christine und Horst Redlich, Sergius Ruegenberg, Erich Salomon, Gertrude Sandmann, F. Albert Schwartz, Fred Thieler, Hans Uhlmann, Oswald Mathias Ungers mit Max Dudler, Wolf Vostell, Anton von Werner, Julie Wolfthorn, Heinrich Zille.