Im Rahmen von globalocal sind vier frühe Werke von Pipilotti Rist aus dem Videobestand der Graphischen Sammlung zu sehen.

Die Schweizer Künstlerin (*1962) hat sich seit den 1980er Jahren intensiv mit dem Medium Video auseinandergesetzt und gilt heute international als eine der bedeutendsten Videokünstlerinnen. Rist ist auch Musikerin und Mitglied der Band Les Reines Prochaines („Die nächstfolgenden Königinnen“). Die Künstlerin beschreibt ihr Vorgehen wie folgt: „[Ich] mische mit der Hirnzunge die Bilder knapp vor und knapp hinter den Augendeckeln“. Pipilotti Rist bezeichnet sich selbst als typisches Fernsehkind, aufgewachsen mit den Musikvideos von MTV. Deren Bildsprache und Ästhetik nimmt die Künstlerin in den hier gezeigten Werken auf und gestaltet sie mit den Möglichkeiten des Mediums Video wie grelle Farben, Makroaufnahmen, Bildstörungen und Überblendungen.

Dem traditionellen Frauenbild des Westens hält sie eine „wilde Kunst für ein wildes (Frau-)Sein“ entgegen. Pipilotti Rists Werke, in denen sie sich mit der Technik genauso wie mit Sexualität, dem Frausein und der Popkultur beschäftigt, haben stets eine hohe Suggestionskraft. Die Videoarbeiten I’m not the girl who misses much (1986), (Entlastungen) Pipilottis Fehler (1988), You called me Jacky (1990) und Pickelporno (1992) bieten bei aller kämpferischen Grundhaltung der „Meisterin der Bildstörung“ eine große Unbefangenheit und einen humorvollen, freien und zugleich respektvollen Umgang mit ernsten und intimen Themen.