Die gemeinsame Ausstellung von Annette und Erasmus Schröter zeigt ausgewählte Werkgruppen aus dem umfangreichen Schaffen des Leipziger Künstlerpaares, die beide an der hiesigen Hochschule für Grafik und Buchkunst studierten. Dabei werden sowohl die Beziehungen und Schnittmengen wie auch die jeweilige Eigenständigkeit der künstlerischen Positionen deutlich.

Die Malerin Annette Schröter (*1956) wird mit dem großformatigen Gemäldezyklus Frauen in Tracht und der von dem Schweizer Schriftsteller Robert Walser angeregten Werkgruppe Spaziergang im Schnee in der Ausstellung vertreten sein. Von ihren raumgreifenden Papierschnitten wird eine Auswahl gezeigt, die nicht eingelöste gesellschaftspolitische Utopien und urbanen Wildwuchs genauso transportiert, wie triviale Versatzstücke unserer Alltagskultur. Die aktuelle Neuinterpretation des alten Mediums Scherenschnitt erfährt dabei durch Annette Schröter ganz wesentliche Impulse.

Im Zentrum der Präsentation des Fotografen Erasmus Schröter (*1956) steht seine Auseinandersetzung mit dem menschlichen Porträt. Großformatige, inszenierte Fotografien in Schwarzweiß und Farbe von weiblichen Darstellerinnen im Stadtraum und Aufnahmen ihrer männlichen Entsprechungen sind neben Arbeiten zu sehen, die junge Anhänger der Wave Gotik Kultur zeigen.

Die Schnittmengen des Künstlerpaares werden am Deutlichsten in der gemeinsam geschaffenen Serie "Hasenland". Mit den Mitteln der inszenierten analogen Schwarzweiß-Fotografie und der bizarren Verkleidung weisen sie, auf ironisch- lapidare Weise nachdrücklich auf ganz spezielle Orte hin, aber auch auf die Außenseiterposition des Künstlers in der Gesellschaft.

Die Ausstellung kombiniert diese Werk-Zyklen mit Objekten aus den ambitionierten Sammlungen, die Annette und Erasmus Schröter in vielen Jahren zusammengetragen haben und die eng mit ihrem künstlerischen Schaffen und ihrer Biografie verbunden sind. Dazu gehören unter anderem eine umfangreiche 'Echt-Foto-Postkarten- Sammlung', die vor allem architektonische und ideologische Aspekte der DDR- Alltagswelt abbildet und die Sammlung von stark farbig gemusterten Tabletts aus Thüringen, die zwischen 1912 und 1989 hergestellt wurden. Das Prinzip der Sammlung in der Sammlung durchzieht die Ausstellung und beleuchtet unterschiedlichste Dimensionen wie das Verhältnis von Künstler und Kollektiv, Original und Reproduktion, Individuum und Gesellschaft, Geschichte und Utopie.

Die Ausstellung wurde von Andreas Höll in enger Zusammenarbeit mit den Künstlern kuratiert.