Im Jahr 2010 „entdeckte“ die Kunsthistorikerin Sigrid Puntigam in der Landesbibliothek Mecklenburg-Vorpommern eine Kiste mit etwa 560 bisher unbearbeiteten Zeichnungen und Druckgrafiken zur Architektur des Landes im 18. und frühen 19. Jahrhundert.
Die Überraschung war groß, als sich herausstellte, dass darüber hinaus auch Teile von Architektennachlässen und europäischen Bauprojekten enthalten waren. Daraufhin wurde in den letzten Jahren dieser Schatz mit Hilfe internationaler Experten bearbeitet und erschlossen. Es entstand ein einmaliges Panorama des Bauens in Mecklenburg- Vorpommern und Europa.

Das Land an der Ostsee war nicht nur kulturell und künstlerisch, sondern auch architektonisch Bestandteil eines europäischen Raumes, der von Kopenhagen im Norden bis nach Rom im Süden sowie von St. Petersburg im Osten bis nach Paris im Westen reichte.
Die Spuren sind noch heute im Land anhand von Residenzen, Schlössern und Herrensitzen zu erleben.

Höhepunkt der Auseinandersetzung mit diesem Bestand ist die Ausstellung Schatz entdeckt! des Staatlichen Museums Schwerin. Sie bietet erstmals anhand von zentralen Werken Einblick in das herrschaftliche Bauen Mecklenburg-Vorpommerns im 18. Jahrhundert.

Dr. Pirko-Kristin Zinnow, Direktorin der Staatlichen Schlösser, Gärten und Kunstsammlungen Mecklenburg-Vorpommern: „Ich freue mich, dass wir mit der Ausstellung zum „Mecklenburgischen Planschatz“ einen fulminanten Auftakt für die am 1. Januar 2018 neugegründeten Staatlichen Schlösser, Gärten und Kunstsammlungen Mecklenburg- Vorpommern feiern können.

Mein Dank gilt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die dieses erste gemeinschaftliche Projekt erfolgreich auf den Weg gebracht haben. Darüber hinaus hat es vor allem die langjährige und erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Mecklenburgischen Landesbibliothek als Eigentümer des „Planschatzes“ ermöglicht, über die Grenzen der Institutionen hinweg ein so großes Ausstellungsprojekt umzusetzen.

Zu Dank sind wir auch den sehr großzügigen Förderern der Ausstellung verpflichtet, die uns stets inhaltlich interessiert und engagiert begleitet haben: der Ostdeutschen Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Sparkasse Mecklenburg-Schwerin, der Ernst von Siemens Kunststiftung und der Kulturstiftung der Länder.“

„Die Förderentscheidung der Ostdeutschen Sparkassenstiftung ist von der Überzeugung geleitet, dass es sich um ein Forschungs- und Ausstellungsprojekt von hohem Rang handelt und der Planschatz einen exzellenten Fundus für die Landesgeschichte darstellt. Ganz besonders freuen wir uns im Rahmen der Sonderausstellung auf die Einladung junger Studierender der Hochschule Wismar an die Besucher zu einer frischen, jungen Tour durch die mecklenburgische und europäische Architekturwelt des 18. Jahrhunderts“, so Friedrich-Wilhelm von Rauch, Geschäftsführer der Ostdeutschen Sparkassenstiftung.

Die Themen der Ausstellung sind der überraschende Fund der Zeichnungen und ihrer vielfältigen Zusammenhänge. Es werden maßgebliche europäische Werke vorgestellt, darunter die architektonischen Juwelen des Landes wie Schloss Schwerin, Schloss Ludwigslust, das Palais in Rostock oder Schloss Bothmer. Auch das Verhältnis der Baumeister zu ihren Bauherren, den Schweriner Herzögen, wird beleuchtet.

„Der Mecklenburger Planschatz bereichert das Wissen um die Geschichte unseres wunderschönen Landes und dessen architektonischer Ambitionen. Die Sparkasse Mecklenburg-Schwerin hat sich neben der Ostdeutschen Sparkassenstiftung sehr gern für
die wissenschaftliche Analyse, die Aufbereitung und nicht zuletzt die Präsentation im Rahmen einer Ausstellung engagiert. Besonders erfreulich ist, dass die restaurierten Pläne dauerhaft an verschiedenen Stellen, unter anderem in den Schweriner und Ludwigsluster Schlössern, diesen Aspekt der Landesentwicklung für die Besucher eindrucksvoll illustrieren werden“, sagte Kai Lorenzen, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Mecklenburg-Schwerin.

„Der Fund des „Mecklenburgischen Planschatz“ war nicht nur für Mecklenburg-Vorpommern ein Glücksfall, sondern für die gesamte Kunst- und Architekturgeschichtsschreibung. Dieses Material wissenschaftlich und ebenso für ein breites Publikum zu erschließen und zu präsentieren ist ganz im Sinne unseres Gründers Ernst von Siemens, der vor allem die Grundlagenarbeit mit den Beständen der Kultureinrichtungen fördern wollte. Seit der Gründung der Kunststiftung im Jahr 1983 konnten so bereits etwa 1200 Ausstellungen mit Bestandskatalogen gefördert werden. Der Katalog zum Mecklenburgischen Planschatz fügt sich hervorragend in diese Reihe ein“, freut sich Dr. Martin Hoernes, Generalsekretär der Ernst von Siemens Kunststiftung.

Die Ausstellung richtet sich an ein breites Publikum und erzählt die Geschichte der Zeichnungen sowie der errichteten Gebäude und Anlagen in lebendiger Weise anhand von Filmen, digitalen Rekonstruktionen und Modellen.

Die Ausstellung wird mit Hilfe der großzügigen Unterstützung der Ostdeutschen Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Sparkasse Mecklenburg-Schwerin und der Ernst von Siemens Kunststiftung realisiert. Die Restaurierung des Mecklenburgischen Planschatzes wurde durch die Kulturstiftung der Länder im Rahmen der Initiative KUNST AUF LAGER gefördert.


Öffnungszeiten:
Dienstag -Sonntag: 11:00 - 17:00 Uhr 
Donnerstag: Rendezvous 18:00 - 20:00 Uhr 

Weitere Informationen direkt unter: museum-schwerin.de

Befestigte Schlossarchitektur mit Treppenanlage und Obelisk, Feder in Schwarz, grau und rot aquarelliert © Sammlungen Landesbibliothek MV, Slg 03 Plan 187
23.03. - 10.06.2018

Schatz entdeckt! Der verschollene Planschatz der Mecklenburger Herzöge

Staatliches Museum Schwerin

Alter Garten 3
19055 Schwerin