Das allgemein verbindliche "WIR" des Staates verschwand nach dem Mauerfall. Jeder musste sich fortan auf seine eigenen Kräfte besinnen. 1991 thematisierte
der 1941 in Eilenburg geborene Sighard Gille dieses Ereignis und deren individuelle Ausprägungen mit einer vielfigurigen Installation aus lebensgroßen und an Tauen hochkletternden Figuren aus Pappmasché. Gilles bildhauerisches
Werk ist im Gegensatz zu seinem malerischen Schaffen kaum bekannt. Das für eine Ausstellung in der HGB Leipzig geschaffene plastische Werk ist erstmals nach 1991 öffentlich zu sehen.