The Art Show thematisiert die Eröffnung einer Kunstausstellung in einer Galerie. Für die Figuren formte das Künstlerpaar Freunde und Persönlichkeiten der Kunstszene der siebziger Jahre ab, darunter auch die eigenen drei Kinder. Erste Ideen für die begehbare Szenerie mit ironischen Zügen entwickelte der Autodidakt Edward Kienholz bereits 1963 und 1967 in den USA. Die Umsetzung des Werkes ist jedoch eng mit Berlin verbunden. Mit einem Stipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes DAAD kam das Ehepaar 1973 nach Berlin und entschied sich, fortan einen Teil des Jahres in Berlin zu leben und die Art Show zu realisieren. Rund zwanzig Jahre lang, von 1973 bis zum Tod von Edward Kienholz 1994, war das Künstlerpaar eine feste Größe der Berliner Kunstszene. The Art Show, eines ihrer Hauptwerke, kam 1996 in die Sammlung der Berlinischen Galerie.

Das Tableau besteht aus 19 Figuren und 14 collagenartigen Kunstwerken, welche die Anfertigung der Körperabgüsse für die Figuren thematisieren, Mobiliar und Ausstattung des Galerieraumes sowie der elektrischen Verkabelung. Alle Figuren tragen die Kleidung der abgeformten Personen.

Die Gesichter hingegen sind durch Belüftungsklappen oder -düsen verfremdet, die aus Autowracks stammen. Aus ihnen strömt warme Luft. Bedient der Besucher die Knöpfe an den Figuren, ertönt ein Kommentar der Dargestellten zur Kunst, untermalt von der Geräuschkulisse einer Vernissage.

Eine der Figuren der Art Show ist eine Abformung des Künstlers Eduardo Paolozzi. Ihm hat die Berlinische Galerie derzeit eine große Einzelausstellung gewidmet: Eduardo Paolozzi. Lots of Pictures – Lots of Fun, bis 28. Mai 2018. Die Künstler*innen lernten sich in Berlin kennen und schätzen. Paolozzi verbrachte 1974/75 ebenfalls auf Einladung des DAAD ein produktives Jahr in der geteilten Stadt und war hier im Kontakt mit anderen internationalen Künstler*innen, die sich in Berlin aufhielten, wie dem Ehepaar Kienholz, George Rickey oder Christo.