Werke aus der Sammlung der Städtischen Galerie Wolfsburg

In der jungen Stadt Wolfsburg kommt der seit Anfang der 1950er Jahre durch kontinuierliche  Ankäufe zusammengetragenen städtischen Kunstsammlung eine identitätsstiftende Rolle zu. Daher steht die Arbeit mit der Sammlung im Mittelpunkt aller Aktivitäten der Städtischen Galerie Wolfsburg. Wir freuen uns am 22. Oktober 2016 um 18 Uhr in der Reihe „Bestandsaufnahme“ eine neue Sammlungspräsentation im Westflügel von Schloss Wolfsburg vorstellen zu können. Die Ausstellung wurde von Sebastian Jaehn kuratiert, der seinen eigenen, frischen Blick auf den Sammlungsbestand wirft. Die Auswahl ermöglicht dem Betrachter scheinbar Bekanntes in neuen Verhältnissen wieder zu entdecken. Unter dem offensiven und mehrdeutbaren Titel „Revolver“ hat er eine spannungsreiche und anregende Zusammenstellung konzipiert, die vor den aktuellen Problemen unserer Zeit nicht zurückschreckt. Revolver leitet sich vom lateinischen revolvere ab, was so viel bedeutet wie zurückwälzen oder umdrehen, aber auch wiederholen, etwas überdenken und wiedererzählen.

„Während sich die Bilder unserer digitalisierten Gegenwart im alltäglichen Gebrauch zunehmend einer sinnlichen Vergegenwärtigung entziehen, vermittelt das Museum wie kaum eine andere gesellschaftliche Institution Wissen über die Anschauung am Objekt. Dafür muss man sich Zeit nehmen – genau hinsehen. Standpunkte können dabei verunsichert werden, zugleich aber auch wertvolle Einsichten – im wahrsten Sinne des Wortes – gewonnen werden. Fiktion und Wirklichkeit werden hier auf mitunter beunruhigende Weise als wechselseitig durchtränkte Konzepte erkennbar.“, beschreibt Sebastian Jaehn sein Ausstellungskonzept. Aus dem Depot der Städtischen Galerie Wolfsburg wählte er Werke, die ein bewusstes Schauen verlangen und Kunst als Experimentierfeld an den Grenzen des Möglichen zeigen.

Die Ausstellung, die Werke von ca. 25 Künstlerinnen und Künstlern umfasst, präsentiert u.a. Arbeiten von Alice Aycock, Francis Bacon, Bernhard Johannes Blume, Björn Dahlem, Tacita Dean, AK Dolven, Nan Hoover, Uwe Lausen, Bjørn Melhus, Wolfgang Müller & Nikolaus Utermöhlen, Bettina Pousttchi, Robert Rauschenberg und Wolf Vostell.

Die Sammlung der Städtischen Galerie Wolfsburg reicht zurück in die Zeit des Stadtaufbaus in den 1950er Jahren. Nach ersten Kunstankäufen - auch in Zusammenhang mit dem Preis „Jungen Stadt sieht Junge Kunst“ - fasste der Rat der Stadt Anfang der 1960er Jahre den Beschluss, eine Sammlung zur Gegenwartskunst zusammenzutragen. 

Durch den Verzicht auf ein enzyklopädisch breites Sammeln besitzt die Sammlung ein eigenes, unverwechselbares Profil, das eine Verpflichtung darstellt und in den Gründungsstatuten schriftlich vereinbart wurde.

Sie konzentriert sich auf Kunst aus dem deutschsprachigen Raum nach 1945. In dem Bereich der Medien Grafik, Multiple, Fotografie und Video wird darüber hinaus international gesammelt, sodass Wechselwirkungen im internationalen Kontext erfahrbar sind. Seit Beginn der Sammeltätigkeit werden neue Ausdrucksformen integriert, alle Medien der Gegenwartskunst stehen im Sammlungsbestand gleichberechtigt nebeneinander. 

Die Ankäufe erfolgen in den meisten Fällen im Jahr des Entstehens und in der Regel jenseits des jeweilig vorherrschenden Mainstreams. So zeichnet sich die Sammlung durch eine bemerkenswerte Individualität des Bestands aus und ist in der Region einzigartig.


Öffnungszeiten:
Dienstag: 13:00 - 20:00 Uhr
Mittwoch - Freitag: 10:00 - 17:00 Uhr
Samstag: 13:00 - 18:00 Uhr
Sonntag: 11:00 -18:00 Uhr

Weitere Informationen direkt unter: staedtische-galerie-wolfsburg.de