Anlass für die Präsentation ist der etwa 350 Gemälde und Zeichnungen umfassende Nachlass an Werken der Künstlerfamilie Kertz, der durch eine großzügige Stiftung des Münchner Theaterwissenschaftlers Prof. Dr. Peter Kertz im Jahr 1999 der Stadt Nürnberg übergeben wurde. Damit bilden die Werke der Familie Kertz einen Schwerpunkt des hauseigenen Sammlungsbestandes, dessen Bedeutung durch die Benennung eines Ausstellungsraums als Kertz Kabinett bereits mit der Eröffnung der Kunstvilla 2014 sichtbar gemacht wurde.

Die nun eingerichtete Kabinettausstellung zeigt Werke der Brüder Adolf Kertz (1880 – 1918) und Max Kertz (1882 – 1949) sowie von dessen Sohn Heinrich Kertz (1904 – 1950). In den Gemälden der drei Künstler spiegelt sich nicht allein deren persönliche Entwicklung wider. Sie sind wesentlich geprägt von gesellschaftlichen und historischen Umbrüchen ihrer Zeit. Nach der spürbaren Aufbruchsstimmung in der Kunst um 1900 überschatten u.a. die zwei Weltkriege die Kertz"sche Familiengeschichte.

Der 1880 geborene Adolf Kertz steht stellvertretend für den Beginn der Sammlung der Kunstvilla. Seine Ansichten von Dachau, die er als Schüler von Adolf Hölzel (1853 – 1934) ab 1894 festhielt, zeigen auf beeindruckende Weise den Übergang von der Salon- zur Freilichtmalerei und das Interesse des Großstädters an der ländlichen Idylle.
Der Bruder Max Kertz dagegen, dessen Anfänge in Nürnberg in der Dekorationsmalerei lagen, zog sich Mitte der 1930er-Jahre vollständig in die ländliche Idylle nach Garmisch-Partenkirchen zurück. Dort konzentrierte er sein Werk auf naturalistische Landschaftsdarstellungen, für die er auf dem Kunstmarkt großen Absatz fand.
Sein Sohn Heinrich Kertz erhielt zunächst ebenfalls eine Ausbildung zum Dekorationsmaler im väterlichen Betrieb, bevor er 1924 in die Akademie in Nürnberg eintrat und 1926 nach München wechselte. In der Ausstellung werden seine Figurendarstellungen gezeigt, denen über Jahre sein intensives künstlerisches Interesse galt. In den Aktdarstellungen, die er als "Badende" in oft idealisierten Landschaften inszenierte, zeigt sich stilistisch der Einfluss seines Onkels Adolf Kertz.

In der Kabinettausstellung wird ein Porträt der Familie Kertz gezeichnet, wobei der Schwerpunkt auf dem künstlerischen Austausch zwischen den einzelnen Familienmitgliedern liegt.

Adolf Kertz: Selbstbildnis, vor 1918
Dauerausstellung

Kabinettausstellung - Die Nürnberger Malerfamilie Kertz

Kunstvilla im KunstKulturQuartier

Blumenstraße 17
90402 Nürnberg