Vor 50 Jahren riefen Studenten in Berlin, Frankfurt und München zum Protest auf die Straße. Angeprangert wurden das verstaubte Hochschulwesen sowie die verkrusteten Gesellschaftsstrukturen der damaligen Bundesrepublik. Die Große Koalition unter Kanzler Kurt Georg Kiesinger kannte keine nennenswerte parlamentarische Opposition und provozierte eine außerparlamentarische. Der studentische Protest richtete sich gegen die fehlende Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit, die weltweite atomare Aufrüstung und den Vietnamkrieg. Der politische Ausbruch aus den bürgerlichen Zwängen der Nachkriegszeit wurde begleitet von einer sexuellen Revolution. Die – nicht zuletzt durch die Antibaby-Pille – neugewonnene Selbstbestimmung der Frau war kess, sexy, spannend und ziemlich frech.
Zum diesjährigen Jubiläum der Studentenbewegung nimmt das Kabinettstück Künstler in den Fokus, die sich selbst aktiv an der Bewegung beteiligten oder die zeitaktuellen Themen in ihrer Kunst kommentierten: Wie nahmen sie die studentische Bewegung wahr und inwieweit vermitteln ihre Arbeiten auch heute noch den revolutionären Geist von damals? Gezeigt werden unter anderem Arbeiten von Hans Peter Alvermann, KP Brehmer, Siegfried Neuenhausen, Gerhard Richter, Klaus Staeck sowie Wolf Vostell.
Kuratorin: Julia Nebenführ