Chinesische Seladon-Keramik aus zweieinhalb Jahrtausenden

Jade ist in China seit jeher kostbarer als Silber und Gold. Mit seinem milchig-graugrünen Glanz gilt der Edelstein in der chinesischen Kultur als Symbol für ein langes Leben und Unsterblichkeit. Aus der hohen Wertschätzung für dieses Material erklärt sich die anhaltende Beliebtheit jadefarbener Keramikglasuren in China. 

Ab dem 13. Juni 2018 zeigt das Museum Angewandte Kunst eine Auswahl solcher Seladon-Keramiken in seinem Ausstellungs- und Veranstaltungsforum meet asian art. Mit Exponaten aus zweieinhalb Jahrtausenden führt die Kabinettausstellung die Kunstfertigkeit chinesischer Töpfer vor Augen, die mit einfachen, eleganten Formen und Glasuren in der einzigartigen Farbe von Jade Stücke von großer Ausdruckskraft schufen.

Seladon-Keramik ist ein nach seiner graugrünen („seladongrünen“) Glasur benanntes Steinzeug, das erstmals um 1000 v. Chr. in China hergestellt wurde. Hervorgerufen wird die charakteristische Farbe während des Brennvorgangs durch die Transformation von Eisenoxyd-Partikeln bei einer Feuerung unter verminderter Sauerstoffzufuhr. Die Zurückhaltung in der Farbigkeit lenkt bei Seladon-Keramiken die Aufmerksamkeit auf Form und Oberfläche, die häufig mit Reliefs verziert ist. Dabei sorgt vor allem das Zusammenspiel des Dekors auf dem Scherben – erzeugt durch Schnittdekor oder eingepresste Model – und der großzügig aufgetragenen Glasur für reizvolle Hell-Dunkel-Effekte, die durch den Wechsel aus flachen und tiefen Glasurzonen entstehen.

Ausgehend vom Reich der Mitte haben Seladon-Glasuren in vielen Keramikregionen Ostasiens, etwa in Korea, Japan oder Thailand, über viele Jahrhunderte hin große Beliebtheit erlangt. Spätestens in der Moderne wird Seladon zu einem weltweit verbreiteten Phänomen. In keinem Land jedoch wurde das Spiel mit der „Farbe von Jade und Ewigkeit“ derart perfektioniert wie in China, wie die historische Spannbreite und die stilistische Vielfalt der in dieser Schau präsentierten Stücke zeigen.