Das Museum August Macke Haus modifiziert mit Fertigstellung des Erweiterungsbaus sein Ausstellungskonzept: Ausgehend von einer weiterhin intensiven Beschäftigung mit dem Rheinischen Expressionismus werden nun auch Brückenschläge in die Gegenwartskunst möglich.

Zum Auftakt wird eine künstlerische Technik in den Mittelpunkt gerückt, die sich vor allem mit dem Künstler Ernst Moritz Engert (1892–1986) aus dem Kreis der Rheinischen Expressionisten verbindet, mit der aber auch August Macke experimentierte, wie in dieser Schau erstmals zu sehen sein wird. Ausgehend von Engerts Werk, das bespielhaft für die im Expressionismus praktizierte Auflösung gattungsspezifischer Hierarchien zwischen freier und angewandter Kunst steht, weitet sich der Blick auf den heutigen Scheren- bzw. Papierschnitt. Unter dem umfassenderen Label Cut-out hat er sich zu einem eigenständigen, vielgestaltigen und inhaltsreichen künstlerischen Medium entwickelt. Von miniaturhaft kleinen Exponaten bis zu Raum füllenden Installationen, vom strengen Schwarz-Weiß zur Farbe, von der Ästhetik des Ornaments bis zum politischen Statement reicht das Spektrum der vorgestellten Positionen.

Mit Werken von Gabriele Basch, Berlin; Felix Droese, Mönchengladbach; Marion Eichmann, Berlin; Anett Frontzek, Dortmund; Cornelia Genschow, Bonn; Tobias Gerber, Köln; Lena von Goedeke, Berlin; Katharina Hinsberg, Raketenstation Hombroich; Andreas Kocks, Königsdorf (Bayern); Hans Lankes, Regensburg; Charlotte MacGowan-Griffin, Berlin; Martin Noël, Bonn; Zipora Rafaelov, Düsseldorf; Volker Saul, Köln; Annette Schröter, Leipzig; Heike Weber, Köln.