Vor 50 Jahren stellte die Hochschule für Gestaltung in Ulm nach 15 experimentellen Jahren unter Protest ihren Betrieb ein, nachdem der baden-württembergische Landtag beschlossen hatte, die Zuschüsse für die Lehranstalt zu streichen. In Erinnerung an das Ende der innovativen Hochschule präsentiert das Neue Museum Nürnberg in Kooperation mit der Neuen Sammlung – The Design Museum ab 6. Juli 2018 einen Rückblick auf die Ideen und Visionen der Hochschule für Gestaltung Ulm. Gezeigt werden ausgewählte Arbeiten aus den Bereichen Produktgestaltung, Visuelle Kommunikation und Fotografie. Die Eröffnung findet am Donnerstag, den 5. Juli 2018 um 18 Uhr im Neuen Museum statt.

Die Hochschule für Gestaltung Ulm (HfG Ulm) verstand sich stets als eine experimentelle Institution. In den 1950er und 1960er Jahren zählte sie mit ihren Innovationen zu den fortschrittlichsten Ausbildungsstätten im Bereich von Design und Umweltgestaltung. Ihre Gründung als Schule mit demokratischem Selbstverständnis geht auf Inge Aicher-Scholl, Otl Scholl und Max Bill zurück, nach dessen Plänen der Baubeginn erfolgte und der 1953 erster Rektor der Schule wurde.

Sowohl mit ihrer Methodik als auch mit ihrer neuartigen Gestaltung beeinflusste die HfG Ulm das deutsche und internationale Designverständnis nachhaltig. In der Nachfolge des Bauhauses war sie eine wichtige Institution, die den Beruf des Industriedesigners in wissenschaftlicher und theoretischer Weise professionalisierte und deren Ausbildungskonzept das Arbeiten und Leben an einem Ort umfasste. Mit ihren fortschrittlichen Ideen und lösungsorientierten Methoden fand die HfG Ulm internationale Anerkennung.

Die Sammlungspräsentation im Neuen Museum wurde kuratiert von Dr. Xenia Riemann-Tyrol- ler, Dr. Josef Straßer und Dr. Polina Gedova (Assistenz). Ausgewählte Arbeiten veranschaulichen die Programmatik der HfG Ulm, die weltweite Verbreitung fand.