Das photographische Portrait historischer und aktueller Referenz steht im Mittelpunkt der drei Einzelausstellungen, die ab dem 7. September 2018 in der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur zu sehen sein werden. Während August Sander (1876–1964) und Hugo Erfurth (1874–1948) der gleichen Generation angehören, sich in ihrer photographischen Bildsprache und Ausdrucksweise aber stark voneinander absetzen, zählt der Italiener Francesco Neri (*1982) zu jenen Zeitgenossen, die mit analoger Technik dem seriell-vergleichenden Ansatz nachgehen. 

Die Portraitaufnahmen von August Sander, dessen Archiv die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur seit dem Erwerb des Nachlasses wissenschaftlich erschließt und bereits vielfach in Themenbereichen vorgestellt hat, zählen zu den Meisterleistungen ihrer Zunft. Mit „Menschen des 20. Jahrhunderts“, seinem berühmtesten Werkkompendium, wollte Sander nichts weniger als die Gesellschaft seiner Zeit am Beispiel unterschiedlicher Berufsgruppen und Menschentypen dokumentieren. Das konzeptuell angelegte Werk zeugt von der hohen Wahrnehmung und dem medialen Können des Photographen. Bilder wie die „Jungbauern“ (1914) oder der „Konditor“ (1928) sind im Laufe der Rezeption zu photographischen Ikonen geworden. Jedoch weist das Portraitwerk von August Sander darüber hinaus eine Vielzahl an Motiven von beachtenswerter Qualität auf. Sie verweisen beispielsweise auf die Bevölkerung des ländlich geprägten Westerwalds, die Künstlerschaft zwischen Köln und Berlin oder das großstädtische Leben. Mit der aktuellen Ausstellung präsentiert die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur eine repräsentative Auswahl von 153 Originalaufnahmen aus „Menschen des 20. Jahrhunderts“. Der überwiegende Teil der Exponate stammt aus hauseigenen Beständen, wertvolle Leihgaben aus dem Museum of Modern Art, New York, dem J. Paul Getty Museum, Los Angeles, der Pinakothek der Moderne, München und der Berlinischen Galerie konnten hinzugezogen werden. Basierend auf langjähriger Forschung wird in der begleitenden Publikation die Werkgenese detail- und kenntnisreich nachvollzogen.