Bis zum 4.11.2018 zeigt das Museum für Aktuelle Kunst in Durbach bei Offenburg eine Auswahl von Werken Paul Kleinschmidts. Der 1883 in Pommern geborene Maler zählt zu den Vertretern der sogenannten „Verlorenen Generation“ – Künstler, deren Leben und Werk sowohl durch das Regime der Nationalsozialisten als auch den Krieg zerstört wurde. Als Sohn einer Schauspielfamilie studierte er in Berlin und München, und so kreisen seine Motive um Halbweltdamen, Artistinnen und das städtische Nachtleben, aber auch Stillleben zählen zu seinem Repertoire. Seine ungewöhnlichen Perspektiven, gewagte Bildausschnitte und sensible, pastose Farbigkeit zeichnen ihn als herausragenden Künstler aus, dessen Werk zu Unrecht in Vergessenheit geraten ist.

Die Sammlung Hurrle verfügt über einen großen Bestand der wenigen Arbeiten, die nicht bei einem Bombenangriff 1943 verbrannt sind.

Als Sohn einer Schauspielerfamilie, studierte Paul Kleinschmidt Kunst in Berlin und München. Nach dem 1. Weltkrieg arbeitet er unter anderem als Zeichenlehrer, in den 20er Jahren folgen mehrere Kunstausstellungen. Mit der zunehmenden Macht der Nationalsozialisten gerät er unter Druck, flüchtet 1936 nach Holland und dann Frankreich. Er wird mehrfach interniert, lässt sich 1943 in Bensheim nieder und erhält Malverbot. 1945 verbrennt sein gesamter Besitz bei einem Bombenangriff. 1949 stirbt er an Angina Pectoris.

Auf kaum einen Maler trifft der Begriff der „Verschollenen Generation“ besser zu als auf Kleinschmidt: Diese zwischen 1880 und 1915 geborene Künstlergeneration begann im frühen 20. Jahrhundert eine erfolgversprechende Karriere, die dann von den Nationalsozialisten rüde zerstört wurde. Gebrandmarkt als „entartet“, mit Malverbot belegt und/ oder auf der Flucht gelang es ihnen meist nicht, nach dem Krieg ihre Karriere wieder neu anzuknüpfen, so dass ihre Namen und ihr Werk oft nahezu unbekannt sind.

Das Werk Kleinschmidts gründet im Expressionismus und zeichnet sich durch seine eigenwillige Bildgestaltung, malerische Spontaneität, sensible, gebrochene Farbigkeit und pastosen Farbauftrag aus. Mit Vorliebe greift er auf Motive des Zirkusmilieus zurück, das seine Jugend geprägt hat.

Das Museum für Aktuelle Kunst – Sammlung Hurrle Durbach wurde 2010 von Rüdiger Hurrle gegründet. Über mehrere Jahrzehnte hat Rüdiger Hurrle eine Sammlung der Kunst des frühen 20. Jahrhunderts bis heute zusammengetragen, die in ihrer Eigenständigkeit und Komplexität besondere Beachtung verdient. 

Das Hauptaugenmerk richtet sich nicht nur auf die international erfolgreichen deutschen „Malerfürsten“ der 80er Jahre, sondern auf die prägenden Vertreter von Gruppen und Bewegungen, die in den vergangenen 60 Jahren Kunstgeschichte geschrieben haben. Neben Präsentationen zum Phänomen der Künstlergruppe zeigt das Museum regelmäßige Wechselausstellungen, deren Bestand durch Leihgaben ergänzt wird.