Im Sommer 1975 fotografiert Nicholas Nixon seine Frau Bebe und ihre drei Schwestern auf einer Familienfeier. Im Jahr darauf fährt er zur Abschlussfeier einer der Schwestern und fotografiert die vier Frauen erneut und seitdem jedes Jahr – ein halbes Leben lang. Das Projekt erzählt vom Moment, von Vergänglichkeit, den wandelnden Beziehungen der Schwestern zueinander und auf diese Weise auch vom Wesen der Fotografie. Die Serie der Bilder macht die vergangene Zeit sichtbar und jedes Gruppenbild wird so zum Déjà-Vu. Nicholas Nixons Fotografien sind immer schwarzweiß und sie dokumentieren die menschlichen Konstanten: Leben und Tod, Liebe und Verlust, Stillstand und Veränderung, Sein und Vergehen. Seine Aufnahmen aus Boston, New York und Cambridge der 1970er- und 1980er-Jahre sind Soziogramme der Zeit, genauso wie seine Porträtserien greiser und kranker Menschen und Fotografien von AIDS-Patienten – Nicholas Nixons Arbeiten sind zurückhaltend, dabei immer sehr intim, präzise, kompositorisch durchdacht und verhandeln immer wieder die Zeit als Moment und Kontinuum gleichermaßen.

Die Ausstellung zeigt erstmals eine umfassende Retrospektive zum Gesamtwerk von Nicholas Nixon – von der Serie The Brown Sisters bis hin zu seinen Stadtansichten, wie New Topographics und City Views, den eindringlichen Menschenbildern und seinen jüngsten Arbeiten, wie den Selbstporträts und Stillleben. Die Ausstellung wurde organisiert von der Fundación MAPFRE in Madrid in Zusammenarbeit mit C/O Berlin. Zur Ausstellung erscheint die gleichnamige Publikation im Kehrer Verlag.

Nicholas Nixon (*1947 in Detroit, Michigan) arbeitet seit den 1970er-Jahren mit einer Großbildkamera, stets in Serie und immer in Schwarz-Weiß. Zu den berühmtesten Arbeiten zählen die Fotografien von seiner Frau und ihren drei Schwestern, die er unter dem Titel The Brown Sisters zusammenfasst. Nixon wurde mit zahlreichen Preisen und Ehrungen ausgezeichnet, u.a. mehrmals für das Stipendium der John Simon Guggenheim Memorial Foundation (1977, 1989), den National Endowment for the Arts Fellowship Grant (1976, 1980, 1987) sowie das George Gund Foundation Fellowship (2000). International renommierte Museen, wie u.a. das Museum of Modern Art in New York, die Fundación MAPFRE in Madrid, das San Francisco Museum of Modern Art und das Museum of Fine Arts Boston haben bereits seine Werke präsentiert.