Diesen Herbst eröffnet das Kunstmuseum Bonn seine große thematische Schau Der Flaneur. Vom Impressionismus bis zur Gegenwart und bringt Werke von 68 Künstlerinnen und Künstlern aus nationalen und internationalen Sammlungen ins Rheinland.  

Mit der zunehmenden Beschleunigung unseres Alltags entsteht der Wunsch nach Müßiggang und Zeit zur Reflexion. Vor diesem Hintergrund ist gerade heute die Figur des Flaneurs aktueller denn je. Das langsame Gehen und fließende Sehen des Flaneurs stehen in starkem Kontrast zu der Zweckgerichtetheit unseres Tuns und der Hektik unserer Bewegung. Das zunächst literarisch angelegte Motiv des Flaneurs ist eng mit der Entwicklung der europäischen Metropolen verbunden. Die Ausstellung folgt dem Weg des Flaneurs durch einen Zeitraum von mehr als 100 Jahren, vom Ende des 19. Jahrhunderts bis ins 21. Jahrhundert. Impressionismus, Expressionismus und Neue Sachlichkeit zeigen Paris und Berlin als das erste Terrain des Flaneurs. Seit den 1930er Jahren wird die Fotografie zu einem wichtigen Medium für den spezifischen Blick des Flaneurs. In der Gegenwart nutzen Künstler – neben Malerei und Fotografie – Performance, Film und Audiowalk, um die dynamischen Strukturen der Stadt darzustellen.

Das umfangreiche Ausstellungsprojekt umfasst mehr als 160 Werke u.a. von Vincent van Gogh, Camille Pissarro, August Macke, Ernst Ludwig Kirchner, George Grosz, Brassaï, Garry Winogrand, Corinne Wasmuht, Francis Alÿs und Thomas Struth. Zahlreiche internationale und nationale Museen und Privatsammlungen (u.a. Musée d’Orsay, Paris; Tate, London; Museo Thyssen-Bornemisza, Madrid) unterstützen die Ausstellung mit wichtigen Leihgaben.

Die Ausstellung wird gefördert von der Kulturstiftung des Bundes und der Hans Fries-Stiftung, Köln.