Kunst, die sich verändert und bewegt, fällt ins Auge und versetzt uns beim Betrachten in Staunen. Die Ausstellung SQUARES IN MOTION zeigt, auf welch unterschiedliche Weise kinetische Werke mit unserer Wahrnehmung spielen. Zu sehen sind über 60 Gemälde, Objektkästen und Plastiken aus der Sammlung Marli Hoppe-Ritter von den Fünfzigerjahren bis heute – allesamt kennen sie keinen Stillstand.

Eine erste große Blütezeit erlebte die kinetische Kunst um 1960, insbesondere mit der italienischen Arte programmata und mit Gruppen wie ZERO in Düsseldorf oder GRAV in Paris, die die herkömmlichen Kunstgattungen in Frage stellten. Licht, Raum, Zeit, Dynamik und Rhythmus waren die Themen dieser Künstler; Glühbirnen, Neonröhren, Elektromotoren und mechanische Antriebe ihre Mittel. Die Werke jener Jahre stehen beispielhaft für eine Kunst, die die Möglichkeiten der Technik mit einer gegenstandsfreien Ästhetik verbindet. Über die Jahrzehnte hinweg hat das Interesse an der Darstellung und Suggestion von Bewegung nicht nachgelassen, allein die Werkstoffe haben sich mit dem technischen Fortschritt stetig verändert. Unter Einbeziehung neuer Technologien wie LEDs oder computergesteuerter Elektronik ist in den vergangenen Jahren eine Vielzahl kinetischer Werke mit raffinierten Bewegungseffekten entstanden.

Die Ausstellung fasst den Begriff der Bewegung weit. Nicht nur tatsächlich bewegte Arbeiten sind zu sehen, sondern auch an für sich statische Werke, etwa der Op-Art, die im Auge des Betrachters Vibrationseffekte erzeugen oder anhand geometrischer Formen den Eindruck von Bewegung hervorrufen.

Ergänzt wird die Sammlungspräsentation durch zwei spektakuläre Leihgaben: einer interaktiven elektronischen Klangwand von Peter Vogel, die Bewegungen und Schatten in ein auditives Erlebnis verwandelt, sowie einem roten Wirbel aus mehreren hundert Acrylglaselementen, mit dem der Künstler Achim Zeman eine ganze Museumswand schwungvoll in Bewegung versetzt.

Künstlerinnen und Künstler der Ausstellung (Auswahl):
Yaacov Agam, Gianni Colombo, Carlos Cruz-Diez, Dadamaino, Michael Danner, Gerhard von Graevenitz, Tommi Grönlund/Petteri Nisunen, Sebastian Hempel, Michael Kidner, Heinz Mack, Vera Molnár, Otto Piene, Hans Schork, Jesús Rafael Soto, Gregorio Vardanega, Grazia Varisco, Victor Vasarely, Peter Vogel, Achim Zeman

Enzo Mari, Struttura 867, 1967 © Künstler
14.10.2018 - 28.04.2019

Squares in motion. Kinetische Kunst aus der Sammlung Marli Hoppe-Ritter

Museum Ritter

Alfred-Ritter-Straße 27
71111 Waldenbuch