Neue Arbeiten von Lilly Lulay, Nadja Bournonville und Thomas Albdorf zeigt das Fotografie Forum Frankfurt mit der Ausstellung RECOMMENDED OLYMPUS FELLOWSHIP. Der erste Stipendiaten-Jahrgang beschäftigt sich mit veränderten Rollen und Funktionen künstlerischer Fotografie, vor allem durch den Einfluss von Smartphone-Kommunikation und digitalen Medien.

Welche Bedeutung hat künstlerische Fotografie heute? Genügt sie sich selbst? Oder beeinflusst sie unsere Wahrnehmung, formt unsere Sicht auf die Welt? Diese Fragen stehen im Fokus des ersten Stipendiums recommended, das Olympus 2017 gemeinsam mit dem Fotografie Forum Frankfurt (FFF), dem Haus der Photographie/Deichtorhallen Hamburg und Foam Fotografiemuseum Amsterdam ins Leben gerufen hat. Diese Fragen leiten auch die Arbeit von Lilly Lulay, Thomas Albdorf und Nadja Bournonville: Ein Jahr lang haben die drei Stipendiaten neue Projekte zur Rolle künstlerischer Fotografie erarbeitet, jeweils betreut von einem Kurator der beteiligten Häuser. Unter dem Titel RECOMMENDED OLYMPUS FELLOWSHIP sind die Arbeiten nun im Fotografie Forum Frankfurt zu sehen.

Lilly Lulay (*1985, Frankfurt/Deutschland) untersucht die veränderten Funktionen der Fotografie in unseren Wohnräumen und in den virtuellen Räumen unserer Smartphone-Welt. Neue Bedeutungsebenen des Mediums Bild etwa macht die Künstlerin sichtbar, indem sie fertige Fotos mit einem Lasercutter filigran bearbeitet und so die ursprünglichen Motive buchstäblich »überschreibt«. Installationen mit Fotodrucken auf Stoff oder Porzellan laden zur Auseinandersetzung mit dem Foto als haptischem Objekt ein.

Thomas Albdorf (*1982, Linz/Österreich) beschäftigt sich mit unserer Wahrnehmung und der Wirkung künstlich erzeugter Bilder. Seine Werke verführen den Betrachter vordergründig mit klischeehaften, häufig positiv besetzten Motiven – und lassen ihn im nächsten Moment am Bild zweifeln. Albdorf arbeitet geschickt mit Bilderkennungsprogrammen und Software zur automatischen Bilderzeugung und fragt nach deren Auswirkung auf unsere Sinne und Sinngebung.

Nadja Bournonville (*1983, Vimmerby/Schweden) nutzt Fotografie zum Befragen biografischer Wendepunkte und gescheiterten Abenteuern. Ausgehend von einer bewegenden Familiengeschichte – die Tante ihrer Großmutter arbeitete im Ersten Weltkrieg als Spionin für die Deutschen und wurde nach nur gut zwei Wochen verhaftet – hat sie ein künstlerisch-ästhetisches Werk aus verschiedenformatigen Bildern geschaffen, das in eine assoziativ aufgeladene Bildwelt führt.

»Die Fotografie ist zum zentralen Medium des digitalen Zeitalters geworden«, sagt Celina Lunsford, künstlerische Leiterin des FFF und Kuratorin der Ausstellung. Bilder werden in hohem Tempo produziert, reproduziert und verbreitet, sie vermitteln Fragmente von Realität und stellen zugleich deren Abbildung in Frage. »Mit recommended schaffen wir Foto-Künstlern einen Ort für ihre Originalität. Denn sie haben einen wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung des Mediums.«

Das 2017 begründete Stipendium recommended zeichnet sich durch die einzigartige Zusammenarbeit der beteiligten Institutionen aus: Fotografie Forum Frankfurt, Foam Fotografiemuseum Amsterdam, Haus der Photographie/Deichtorhallen Hamburg und Olympus. Ziel ist die Förderung der zeitgenössischen künstlerischen Fotografie. Recommended ermöglicht den Stipendiaten ein Jahr lang eine freie Arbeit an einem künstlerischen Projekt, beinhaltet eine Unterstützung von 10.000 Euro und die Betreuung durch einen Kurator/eine Kuratorin der drei Häuser. Vergeben wird es im Turnus von zwei Jahren.

How to get in touch (E. with her smartphone), 2017 © Lilly Lulay
01.12.2018 - 10.02.2019

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Fotografie Forum Frankfurt

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