Der Name Karheinz Stockhausen (1928 - 2007) steht für einen der einflussreichsten Komponisten und Wegbereitern der Elektronischen Musik. Bereits früh gelang ihm sein internationaler Durchbruch, der seine bis heute unangefochtene Stellung in der Neuen Musik begründete. Doch lässt sich seine Bedeutung nicht auf sein musikalisches Werk allein reduzieren.

Das bildnerische Werk Stockhausens gilt es noch zu entdecken. Zum einen manifestiert es sich in den Partituren selbst, zum anderen schuf Stockhausen ein eigenes Konvolut mit von ihm selbst so genannter "Musikalischer Graphik". Das sind bildähnliche, großformatige Tableaus, deren besonderer Reiz sich aus ihrer Zwitterstellung zwischen Grafik und musikalischer Notation ableitet. Feinnervig, voller vibrierender Energie bilden sich die überbordenden Ideenströme eines musikalischen Genies kongenial in diesen farbigen Blättern ab. Dabei lassen sich aufschlussreiche Vergleiche zu anderen Künstler-Musikern von John Cage bis Jorinde Voigt herstellen.

Ergänzt wird die „Musikalische Graphik“ mit persönlichen Widmungsblättern Stockhausens aus dem Besitz seiner Freunde und Wegbegleiter. Weitere Objekte, u.a. nach seinen Ideen entwickelte Kostüme, aber auch ein Audioraum werden den für das Verständnis seiner Kunst wichtigen Gedanken des Gesamtkunstwerkes zusätzlich veranschaulichen. Dazu gehört auch ein Tamtam zum praktischen Mitmachen, das in die Ausstellung integriert wurde.

Außerdem wird der wegbereitende Impuls Stockhausens im Rahmen der Elektronischen Musik durch eine Kabinettausstellung hervorgehoben, in der die Berliner Künstlerin Johanna Diehl (Jg. 1977) Arbeiten aus der Fotografie-Serie „Das imaginäre Studio“ (2017) zeigt.

Katalog
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit zahlreichen Abbildungen und einem bislang unveröffentlichten Gespräch zwischen Reinhard Ermen und Karlheinz Stockhausen über seine Grafik.