Die Ausstellung „Simply Danish“ präsentiert mit 174 Silberschmuck-Objekten von 48 dänischen Künstlern die Sammlung des Berliner Ehepaars Marion und Jörg Schwandt. Die Sammlung, in der sich mehr als 40 Jahre Erfahrung konzentrieren, gibt einen Überblick der verschiedenen Strömungen des dänischen Schmuck-Designs im 20. Jahrhundert. Die gezeigten Arbeiten bilden ein weites Spektrum dänischer Schmuckkunst ab – vom Einzelstück aus der Studiowerkstatt bis zu den Design-Ikonen aus der Serienfertigung der großen Manufakturen. Die Ausstellung zeigt, wie die Fixierung auf den materiellen Wert eines Schmuckstücks vom dänischen Bürgertum zugunsten des künstlerischen Werts aufgegeben wurde und wie dieser Sinneswandel die dänische Schmuckgestaltung nun schon seit über 100 Jahren zu ästhetischen Höchstleistungen animiert. 

Das Einzigartige des dänischen Schmuckstils besteht in der konsequenten Beschränkung auf unprätentiöse Materialien wie Silber und schlichte Schmucksteine. Dies ist Folge des gesellschaftlichen Wandels zu Beginn des 20. Jahrhunderts, als das erstarkte Bürgertum zu seinem eigenen, unabhängigen Geschmack fand und ein Schmuckstück nicht länger nach seinem Materialwert beurteilte. Von großer Bedeutung für den hohen ästhetischen Standard des Silberschmucks ist die für Dänemark so typische enge Beziehung zwischen Künstler und Handwerker, deren unterschiedliche Fähigkeiten sogar oft in einer Person zusammenkommen.

Dem Material Silber haben die dänischen Schmuckkünstler unterschiedliche Wirkungen abgewonnen. Die naturhaften Motive der Jahre von 1900 bis 1925 sind plastisch ziseliert und nutzen damit die hohe Schmiedbarkeit dieses Metalls. Die bekannten Namen hier sind Mogens Ballin, Thorvald Bindesbøll und Georg Jensen, dessen großer Erfolg für internationale Beachtung sorgte. Die abstrakten Arbeiten der 1930er Jahre machen wiederum den technischen Prozess durchschaubar, beispielsweise bei Karl Gustav Hansen. Mit der Einführung organischer, nicht gegenständlicher Formen durch den Bildhauer Henning Koppel im Jahr 1947 endet die Ära der Bildhaftigkeit. Volumen und Plastizität, aber auch die Geschlossenheit des Umrisses machen jetzt die Wirkung eines Schmuckstücks aus. Künstler wie Nanna und Jørgen Ditzel, Bent Knudsen und Bent Gabrielsen schaffen Formen, deren polierte Oberflächen das Licht in lebendige Bewegung versetzen. Bereits ab Ende der 1950er Jahre wird diese skulpturale Formensprache um das geometrische Element erweitert. Und auch wenn in einer kurzen Periode starker Materialkontraste in den 1970er Jahren einige Entwerfer gegen die Harmonie der glatten Formen rebellieren – zentrales Charakteristikum des dänischen Silberschmucks in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts bleibt das Spiel des Lichts auf den hochplastischen, dekorlosen Formen.

Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft des Botschafters des Königreichs Dänemark in Deutschland.