Braune, schwarze und weiße Kartonplastiken von Erwin Heerich (1922–2004) stoßen in einem spannungsvollen Dialog auf farbige Wandinstallationen aus gefaltetem Papier von Marianne Pohl (1930–2010).

Während Erwin Heerich durch zahlreiche Werke im öffentlichen Raum, das nach seinen Entwürfen errichtete Gebäudeensemble auf der Museumsinsel Hombroich und nicht zuletzt durch seine kontinuierliche Präsenz in den Sammlungspräsentationen des Museums Schloss Moyland bekannt ist, handelt es sich bei Marianne Pohl um eine lohnende Neuentdeckung.

Marianne Pohl entwickelte aus geometrischen Grundformen ortsgebundene Installationen, die sie dann mit einfachsten Materialien verwirklichte. Die aktuelle Sammlungspräsentation widmet sich drei Rauminstallationen aus den Jahren 1985 bis 1987. Die von der Künstlerin aus gefärbtem Papier hergestellten Arbeiten bedecken die Wände mehrerer Ausstellungsräume. Pohl erforschte in ihnen das Verhältnis von Architektur und räumlicher Illusion.

Erwin Heerich schuf bereits Mitte der 1960er Jahre stereometrische Raumkörper aus gefaltetem und geklebtem Karton. Anders als bei Pohl nehmen Heerichs Kartonplastiken keinen Kontakt zum umgebenden Raum auf. Ihr Bezug zur Architektur liegt in der Anwendung architektonischer Entwurfsmethoden und in der Monumentalität, welche die Werke trotz ihrer zum Teil nur geringen Größe ausstrahlen.