Am Pariser Platz – am Puls der Stadtgeschichte und in unmittelbarer Nähe zu markanten Bauten wie Berliner Philharmonie, Museumsinsel, Pierre Boulez Saal und DZ BANK – beleuchtet die Ausstellung Frank Gehry – Hans Scharoun: Strong Resonances / Zusammenklänge im Max Liebermann Haus der Stiftung Brandenburger Tor jene Resonanzen, die im Zusammenspiel von Architektur und Großstadt erklingen.

Im Zentrum steht das baukünstlerische Schaffen der ArchitektenFrank Gehry und Hans Scharoun. Die Ausstellung betrachtet Parallelen, Inspirationen und Verbindungen zwischen den Architekten, und dies aus einer doppelten Perspektive: Mit derBerliner Philharmonie und der Walt Disney Concert Hall in Los Angeles stellt sie zwei der bekanntesten Gebäude von Scharoun und Gehry einander gegenüber und untersucht deren Auswirkungen auf die Stadtentwicklung. Darüber hinaus folgt die Ausstellung Gehrys architektonischen Spuren in Berlin. Der expressionistische Ansatz von Hans Scharoun inspirierte die dekonstruktivistische Formensprache von Frank Gehry, so eine These der Schau.

Außergewöhnliche Konzertsäle als Ausgangspunkt für die Stadtentwicklung
Mit dem Bau der Berliner Philharmonie schuf Hans Scharoun 1963 –zwei Jahre nach dem Bau der Mauer – einen völlig neuartigen Prototyp eines Konzertsaals. Die Berliner Philharmonie entfaltet seither nicht nur im Inneren eine besondere Wirkung, sondern prägt durch ihre außergewöhnliche Erscheinung auch das Bild der Stadt Berlin. Genau 40 Jahre später, 2003 eröffnet, folgt die Walt Disney Concert Hall von Frank Gehry in Los Angeles dem Vorbild der Berliner Philharmonie. „Die Parallelen von Frank Gehry und Hans Scharoun,insbesondere in diesen beiden Gebäuden, gehen über Stil undFunktion hinaus“, sagt Maristella Casciato, neben Emily Pugh Co- Kuratorin der Ausstellung, die gemeinsam mit dem Getty Research Institute in Los Angeles realisiert wird. „In beiden Architekten sehenwir ein tiefes Verständnis und Wertschätzung für den Platz eines Gebäudes in der Landschaft und den Platz in der Kultur.“Vergleichbar mit der stadtgeschichtlichen Bedeutung der Berliner Philharmonie wurde auch Frank Gehrys Walt Disney Concert Hall in Los Angeles durch ihre künstlerische Gestaltung zu einem wegweisenden Denkmal für die Neugestaltung von Downtown Los Angeles.

Highlights der Schau: Visionäre Aquarelle von Hans Scharoun und Frank Gehrys Modell für die Berliner Museumsinsel
Die Zusammenschau verdeutlicht die je eigenen Gestaltungsprozesse und bildet gleichermaßen den technologischen Wandel ab. Selten präsentierte Werke wie Hans Scharouns visionäre Aquarelle mit Architekturfantasien aus dem Baukunstarchiv der Berliner Akademie der Künste sowie Skizzen und Modelle aus dem Büro von Frank Gehry in Santa Monica machen die Ausstellung zu einem besonderen Beitrag der architekturhistorischen Forschung und der stadt- gesellschaftlichen Debatten. Zu Gehrys Ausführungen in Berlin zählen Bauwerke wie das verblüffende, als Haus-im-Haus konstruierte Gebäude der DZ Bank (1994–98) am Brandenburger Tor oder der jüngst ausgeführte Pierre Boulez Saal der Barenboim Said Akademie (2014–17) mit seiner besonderen, ovalen Form. Aber auch – oder gerade – die nicht umgesetzten Entwürfe Gehrys haben Berlin und seine Kulturlandschaft besonders geprägt: Sein Entwurf für die Teilnahme am Wettbewerb für die Berliner Museumsinsel (1994-97) wurde seinerzeit höchst kontrovers diskutiert. Das Modell dazu wird weltweit erstmals in einer Ausstellung gezeigt.

Nicht zuletzt steht auch das Erleben von Musik im Fokus: Im Audioraum ausgestattet mit einem Burmester High End Audiosystem kommen Besucherinnen und Besucher in den klangvollen Genuss der Eröffnungskonzerte der Berliner Philharmonie, der Walt Disney Concert Hall und des Pierre Boulez Saals.

Die Ausstellung Frank Gehry – Hans Scharoun: Strong Resonances / Zusammenklänge, die anlässlich des 50. Jubiläums der Städtepartnerschaft Los Angeles – Berlin entstand, nahm im vergangenen Jahr ihren Ausgangspunkt in Los Angeles und wird nun in erheblich erweiterter Form auf dieser Seite des Atlantiks gezeigt. Eingebunden in das Programm des Deutschlandjahrs USA 2018/19 unterstreicht die Ausstellung die einzigartige Bedeutung der transatlantischen Beziehungen. Frank Gehry – Hans Scharoun: Strong Resonances / Zusammenklänge eröffnet am 9. November 2018 und ist bis zum 20. Januar 2019 im Max Liebermann Haus der Stiftung Brandenburger Tor zu sehen. Begleitet wird die Ausstellung darüber hinaus durch ein interdisziplinäres Rahmenprogramm mit Akustik- Workshops, Podiumsdiskussionen, öffentlichen Führungen und einem Vermittlungsprogramm für Kinder. Anlässlich der Ausstellung erscheint auch ein Katalog, der in Aufsätzen, Interviews und Zeitdokumenten die Verbindungen zwischen Frank Gehry und Hans Scharoun detailliert offengelegt.


Öffnungszeiten:
Montag, Mittwoch - Freitag: 10:00 - 18:00 Uhr
Samstag - Sonntag: 11:00 - 18:00 Uhr
Dienstag: geschlossen

Sonderöffnungszeiten
23.11.2018: ab 13 Uhr geschlossen
24.-25.12.2018: geschlossen
26.12.2018: 10:00 - 18:00 Uhr geöffnet
31.12.2018 – 0 1.01.2019: geschlossen

Weitere Informationen direkt unter: stiftungbrandenburgertor.de