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Zu Beginn der Ausstellungsreihe stellt das Werkbundarchiv – Museum der Dinge einen kürzlich erworbenen Bestand kommerzieller Grafik aus dem Kontext des Deutschen Museums für Kunst in Handel und Gewerbe vor, welches als das erste Werkbundmuseum 1909 in Hagen entstand. Auf den über hundert historischen Kartons aus der ersten Wanderausstellung Reklame und kaufmännische Drucksachen sind originale Druckmuster zu sehen.

Anhand der typografischen Drucksachen eines Lucian Bernhard, Julius Gipkens, Fritz Helmuth Ehmcke, Julius Klinger oder Peter Behrens wird der Übergang zu einer sachlichen Gestaltung nachvollziehbar. Dabei ist der Grafiker Lucian Bernhard hervorzuheben, der als Erfinder des modernen Sachplakats gilt und der auch die Geschäftsausstattung für das Deutsche Museum (DM) gestaltet hat.Mit seiner ungewöhnlichen, auf Zirkulation und Vernetzung ausgerichteten Struktur entwickelt sich das DM zu einer effektiven Förderstelle für die moderne Gestaltung alltäglicher Güter. Das Museum organisiert Wanderausstellungen zur zeitgenössischen Produktkultur, berät Unternehmer, den Handel sowie Gestalter und organisiert Fortbildungen und Vorträge zur modernen Gestaltung.

Darüber hinaus lässt es moderne Bauten fotografisch dokumentieren und lobt Schaufensterwettbewerbe aus. Mit der Verlagsfirma F.W. Ruhfus in Dortmund veröffentlicht das DM die Reihe "Monographien Deutscher Reklamekünstler".Die Sammlung des Deutschen Museums vereinigt in ihrem Ergebnis nicht nur die wichtigsten Künstler des Deutschen Werkbunds und damit der frühen Moderne, sondern veranschaulicht auch die widersprüchlichen Tendenzen der Kunstgewerbebewegung vor dem Ersten Weltkrieg.

Das erste, im Sinne einer Modernisierungsagentur arbeitende Werkbund-Museum stellt seine Arbeit zu der Zeit ein, in der das Bauhaus in Weimar gegründet wird.Über seine „Ausstellungszentrale“ verleiht das Deutsche Museum in seiner aktivsten Zeit um 1913/14 bis zu 26 Ausstellungen mit Exponaten und Präsentationselementen an Museen, Kunst- und Gewerbevereine, Bibliotheken, Handelshochschulen oder ähnliche Lehranstalten im In- und Ausland.

Die auszuleihenden Ausstellungen verdeutlichen das breite museale Spektrum in Bezug auf die zeitgenössische Produktion: Es reicht von Gebrauchsgrafik, über Tapeten und Bodenbeläge, Textilkunst, Glasmalerei, Metallarbeiten, moderne Baukunst, mustergültige Lehrmittel, Flechtarbeiten, Keramik und Glas sowie Stein-, Holz- und Lederarbeiten.