Die Berlinische Galerie freut sich, im Rahmen des Videoart at Midnight Festivals ’18 eine raumgreifende Installation mit dem Titel Son of a Witch von Raphaela Vogel zu zeigen. Es ist die erste institutionelle Einzelausstellung der Künstlerin in Berlin.

Raphaela Vogel widersetzt sich jeglichen Festlegungen und verbindet Raum und Video auf eigene Weise. Sie verwandelt den Ausstellungsraum in eine Art schamanische Kathedrale, die an die frühen Videoskulpturen Nam June Paiks erinnert – man denke an seine erste legendäre Ausstellung in der Galerie Parnass im Jahre 1963 mit blutigem Ochsenkopf. Mittels verschiedener Versatzstücke aus Märchenwelten, Spießbürgertum, exotisierendem Kitsch und Hightech schafft die Künstlerin verstörende Bildwelten, die sie selbst als Protagonistin durchwandert. Schon der Titel der Ausstellung Son of a Witch eröffnet vielfältige Assoziationen, die vom Umgang mit Zensur (bitch / witch) bis hin zu Geschlechterbildern reichen.

Die eigene Körperlichkeit ebenso wie Technik sind Themen, die Raphaela Vogel in ihren postapokalyptischen, an Frankenstein erinnernde Welten immer wieder neu und nicht ohne Humor behandelt. Dabei wird alles umgestülpt, gedreht, verwandelt, dekonstruiert und respektlos neu gedeutet: Das Dixi-Pissoir, der Heukran, Hochspannungsisolatoren, Projektionstechnik und Kameradrohnen werden zu seltsamen Monstern, die sowohl die Filme als auch den Ausstellungsraum bevölkern. Diesen unheimlichen Wesen setzt sich die Künstlerin in ihrer eigenen Fragilität und Verletzlichkeit aus und stellt sich ihnen in einem hoffnungslos scheinenden Kampf entgegen.

Raphaela Vogel wurde 1988 in Nürnberg geboren. Sie lebt und arbeitet in Berlin. Nach ihrem Studium an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg studierte sie an der Städelschule in Frankfurt am Main und war anschließend Stipendiatin im Programm von De Ateliers, Amsterdam. Im Frühjahr 2015 hatte sie ihre erste Einzelausstellung im Bonner Kunstverein und in diesem Jahr ihre erste internationale Solopräsentation in der Kunsthalle Basel.

Die Ausstellung in der Berlinischen Galerie ist ein Beitrag zur Auseinandersetzung um unterschiedliche Ansätze, Video und Künstler*innenfilm im Raum zu zeigen, ebenso wie die zeitgleichen Präsentationen in den KW Institute for Contemporary Art und der Galerie Pankow. Sie bilden mit dem Symposium im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart, dem neuen Berliner Kunstverein (n.b.k.) und der Akademie der Künste den diskursive Rahmen des Videoartat Midnight Festivals ’18.

Die Ausstellung Son of a Witch wird kuratiert von Olaf Stüber, Videoart at Midnight. Die Ausstellung wird ermöglicht durch den Hauptstadtkulturfonds.