Katharina Sieverding präsentiert in Hellersdorf Arbeiten, die vormals im öffentlichen Raum installiert waren: »Deutschland wird deutscher«, »Die Pleite« und »Global Desire I + II« treten somit in Bezug zur parallelen Plakatausstellung am Alexanderplatz.

»Auf einer der älteren Arbeiten Katharina Sieverdings, die in der station urbaner kulturen dokumentiert ist, steht zu lesen: Am falschen Ort. Dies schreibt die Künstlerin - im Prinzip und unausgesprochen - über alle Arbeiten, die einerseits mit Deutschland und andererseits mit dem Diskurs der Ortsspezifik zu tun haben. Man kann an die Konkretheit der Orte nur heran, wenn man sie in einen produktiven Antagonismus zu der Tatsache stellt, dass die Ambition der Kunst einen anderen Ort gegen die (politische) Zumutung der Wirklichkeit verlangt: Orte der Beobachtung, Kritik, Reflexion, Unterbrechung. Deutschland ist in verschiedener Hinsicht der falsche Ort: ein Ort, an dem Jüdinnen und Juden ihr Leben verloren, an dem ortsspezifische Bauten diesen Umstand benennen, ratifizieren oder ihn zu umgehen, ja ihm entfliehen zu versuchen und, wie auf den neuen Arbeiten auf den Bahnsteigen 3 und 4 der Linie U5 im U-Bahnhof Alexanderplatz, zu sehen ist: ein sehr konkreter Ort der Überlagerungen, konkrete Architektur von Mahnmal und KZ, von Verkehr, Bewegung, Begegnung, ja der Faszination durch die historischen Orte hindurch. Vom Alexanderplatz nach Hellersdorf.« 
Diedrich Diedrichsen, 2018

Schwerpunkt der diesjährigen Ausschreibung »Plakat politisch machen« war die Verbindung zwischen Berlin-Hellersdorf als Außenbezirk und dem Alexanderplatz als Sinnbild urbaner Zentralität und gleichzeitig traditionellem Austragungsort des Wettbewerbs. Unter dem Motto »Recht auf Stadt« thematisieren die künstlerischen Arbeiten das Verhältnis von Stadtpolitik und Teilhabe: Wer ist Stadt und wem gehört sie?


Ausstellungsort: station urbaner kulturen, Auerbacher Ring 41, 12619 Berlin