Das in Berlin lebende Künstlerpaar Römer + Römer zeigt im Haus am Lützowplatz unter dem Titel „Burning Man – Electric Sky“ eine neue Werkserie, die das Kunstfestival Burning Man zum Gegenstand hat. Die Ausstellung besteht hauptsächlich aus nächtlichen Motiven, in denen sich die Black Rock Desert im US-Bundesstaat Nevada in eine von tausenden künstlichen Lichtquellen erhellte Scheinwelt verwandelt. Die zum Teil sehr großformatigen auf Leinwand gemalten Bilder entstanden auf der Grundlage einer im Jahr 2017 vorgenommenen Recherchereise.

Die seit 1998 zusammen lebenden und arbeitenden Künstler Nina und Torsten Römer (*1978 in Moskau und *1968 in Aachen) haben sich an der Düsseldorfer Kunstakademie kennen gelernt und wurden dann dort gemeinsam Meisterschüler von A.R. Penck. Ihr künstlerisches Schaffen beruht auf der Übertragung von selbst aufgenommen Fotografien in großformatige Tafelbilder, gegenüber denen sich die Betrachter sowohl rein sinnlich als auch medienreflexiv positionieren. Das indexikalische Prinzip der Fotografie, also die im fotografischen Akt eingeschriebene Bezeugung eines Dagewesenen, wird im Werk von Römer + Römer verschränkt mit der künstlerischen Aura malerischer Hervorbringung. In dem mehrstufigen, höchst aufwendigen Verfahren der Bilderzeugung behandeln Römer + Römer immer wieder Momente unserer Gegenwart, die mit Ekstase und Entgrenzung zu tun haben. So entstanden beispielsweise große Werkzyklen um den Karneval in Rio de Janeiro und um das Fusion Festival in Mecklenburg-Vorpommern. Daran setzt auch die aktuelle Serie über Burning Man an, das sich seit seiner Gründung im Jahr 1986 zu einem Kulturphänomen entwickelt hat. Bis zu 70.000 Menschen reisen dabei an einen Ort, an dem sie zu Akteuren einer auf Immersion zielenden kreativen Gemeinschaft werden.

Römer + Römer waren an einer Vielzahl von Ausstellungen im In- und Ausland beteiligt. An Einzelausstellungen wären dabei hervorzuheben: Kunsthalle Rostock (2010), Today Art Museum in Beijing (2009), Heidelberger Kunstverein (2009), Gwangju Art Museum in Korea (2010), Kunstverein Münsterland (2017), Kunstverein Hameln (2016), Zhan Zhou International Center of Contemporary Art in Beijing (2013), Richard-Haizmann-Museum in Niebüll (2014) sowie Freight+Volume Galerie in New York (2014). Weiterhin wurden ihre Werke im Rahmen von zahlreichen institutionellen Gruppenausstellungen gezeigt unter anderem im Bröhan Museum in Berlin („Kuss – Von Rodin bis Bob Dylan“, 2017), im Wuhan Art Museum in China („Gemeinsam in Bewegung – Zeitgenössische Kunst aus Deutschland und China“, 2009), im Palais de Tokyo in Paris („Emergency Biennale in Chechenya – a suitcase from Paris to Grosny“, 2005), im Künstlerhaus Wien („Megacool 4.0 – Jugend und Kunst“, 2012), im Wilhelm-Hack-Museum in Ludwigshafen („Punkt-Systeme – Vom Pointillismus zum Pixel“, 2012), im Museum Wilhelm Morgner in Soest („Wilhelm-Morgner-Preis Ausstellung“, 2017), in der Kunsthalle Baden-Baden („HA KYPOPT! Russische Kunst heute“, 2004), im St. Petersburg’s Center of Visual Arts („International Festival of new technologies in contemporary art“, 2003), in der Cranach-Stiftung in Wittenberg („Menschenbilder – Der internationale Lucas-Cranach-Preis“, 2012), in der Kunsthalle Hense in Gescher („Eröffnung Kunsthalle Hense“, 2018), im International Forum of Art Initiatives in der Neuen Manege in Moskau (Paradise – International Forum of Art Initiatives, 2004), im Schafhof – Europäischen Künstlerhaus Oberbayern in Freising („Sturmhöhen“, 2018), im Hartware MedienKunstVerein in Dortmund („Inter-cool 3.0 – Jugend Bild Medien““, 2010), in der Central Exhibition Hall in Perm („Russisches Berlin“, im Rahmen des Festivals „Wihte Nights“, 2013) oder im Museum Angewandte Kunst in Frankfurt („Hamster, Hipster, Handy – Im Bann des Mobiltelefons“, 2015). Verschiedene Biennale-Teilnahmen führten Römer + Römer außerdem nach Venedig (56. Biennale, Nationaler Pavillon von Mauritius, 2015), nach Istanbul, Vancouver, San Francisco und in diverse andere Städte (Emergency Biennale, 2005-2008), nach Bosnien-Herzegowina (Biennale of Contemporary Art, D-O ARK Underground im ehemaligen Tito-Bunker, 2011), nach Liverpool (Liverpool Biennale, 2002) und nach Turin (Big Torino, 2002).

Zur Ausstellung wird im Verlag Kettler ein Katalog mit Texten von Ludwig Seyfarth und Rachel Bowditch erscheinen, gestaltet von Matthieu de Scheper.