Mehr als ein Vierteljahrhundert berichtet Anja Niedringhaus (1965–2014) von Kriegsschauplätzen in aller Welt: dem Balkan, Irak, Libyen und immer wieder Afghanistan. Als die Photographin dort vor fünf Jahren, während der Berichterstattung über die Präsidentschaftswahl, am 4. April 2014 im Alter von 48 Jahren von einem Attentäter erschossen wird, hinterlässt sie ein beeindruckendes Œuvre. 

Ihre Aufnahmen, zum Teil aus mehrjähriger Berichterstattung, sind nachhaltige Dokumentationen von Leid und Überlebenswillen der Menschen. Doch wenngleich ihre Arbeiten oft unter Lebensgefahr an vorderster Front entstehen, reicht die Qualität weit über das Dokumentieren von Ereignissen hinaus – ihre Bilder sind Aufruf zum Frieden. Zahlreiche Auszeichnungen, darunter 2005 der erste Pulitzer-Preis für eine deutsche Photographin, machen Anja Niedringhaus bereits zu Lebzeiten zu einer Ikone. 

Im Frühjahr 2019 präsentiert das Käthe Kollwitz Museum Köln die erste posthume Retrospektive – eine Ausstellung, die sich dem Gesamtwerk von Anja Niedringhaus widmet, das neben den Bildern aus Kriegsregionen unter anderem auch brillante Porträtaufnahmen und Sportphotographien umfasst. 

Eine Ausstellung im Rahmen des Photoszene-Festivals 2019