Die Kestner Gesellschaft zeigt vom 2. März bis 28. April 2019 eine umfassende Retrospektive von Walter Dahn (geb. 1954 St.Tönis/Krefeld). Walter Dahn ist ein Sampler: Gleichzeitig Musiker und Künstler, vor allem aber ein Maler, der die Malerei mit ihren eigenen Mitteln stets aufs Neue befragt. Dabei greift er auf Slogans aus der Pop-, Jugend- und Massenkultur zurück: Punk, New Wave und der erweiterte Kunstbegriff von Beuys kommen in seinem Werk zusammen.

Wie seine Musik sind auch seine Bilder emotional geladen und in ständiger Verhandlung. Die künstlerische Autorenschaft hinterfragt er in vielfacher Weise: Er geht Kollaborationen ein, appropriiert Bilder. Auch die Fotografie oder den Siebdruck verwendet er als malerische Methode der schnellen Reproduktion von Bildern.

Obschon er zu den wichtigsten Vertretern der »Neuen Wilden« zählt, einer expressiven, spontanen Malerei der 1980er Jahre, weicht er der Zuschreibung immer wieder aus. Dahn war Teil der Künstlergruppe »Mühlheimer Freiheit« in Köln und Meisterschüler von Joseph Beuys an der Kunstakademie in Düsseldorf. Durch seine Teilnahme an der documenta 1982 erlangte er eine große Bekanntheit. Seit 1995 ist Walter Dahn Professor für Malerei an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig. Er lebt und arbeitet in Köln.

In den letzten Jahren wurde Walter Dahns Werk punktuell wiederentdeckt, hauptsächlich im Zusammenhang mit der Malerei der 1980er Jahre. Die Ausstellung in der Kestner Gesellschaft beabsichtigt eine neue, umfassende und aktuelle Sicht auf sein Gesamtwerk.