30 Jahre nach dem Fall der Mauer widmet sich der Kunstpalast mit einer großen Ausstellung der Kunst aus der DDR. Mehr als 130 Gemälde und Arbeiten auf Papier von 13 unterschiedlichen Künstlerinnen und Künstlern verdeutlichen eine spannungsreiche, oft widersprüchliche Kunstepoche.

Bis 1990 wurde Kunst aus der DDR in der Bundesrepublik häufig gezeigt. In den letzten Jahrzehnten hatte das Publikum im Westen jedoch selten die Chance, die Werke im Original zu sehen. Die Ausstellung präsentiert mehrere Hauptwerke der seit der documenta 1977 als offizielle Maler der DDR wahrgenommenen Künstler Bernhard Heisig (1925–2011), Wolfgang Mattheuer (1927–2004), Werner Tübke (1929–2004), Willi Sitte (1921–2013) und ermöglicht tiefere Einblicke in deren Schaffen.

Viele Künstler aller Generationen, darunter Elisabeth Voigt (1893–1977) und Wilhelm Lachnit (1899–1962), rieben sich nach dem Zweiten Weltkrieg an den strengen Vorgaben des Sozialistischen Realismus. Ihre künstlerischen Strategien entwickelten sie oft unter Druck: zurückgezogen wie Carlfriedrich Claus (1930– 1998) und Gerhard Altenbourg (1926–1989) oder in rebellischem Widerspruch zum Staat wie A. R. Penck (1939–2017) und Cornelia Schleime (*1953). Wie zahl- reiche andere Künstler mit DDR-Biografie, wurde Penck später Professor an der Düsseldorfer Kunstakademie. Punkig-expressive Frauenfiguren von Angela Hampel (*1956), existenzialistische Gemälde Michael Morgners (*1942) und ab- strakte Arbeiten des „Patriarchen der Moderne“ Hermann Glöckner (1889–1987) verdeutlichen die stilistische Vielfalt.

Alle Künstlerinnen und Künstler gingen und gehen sehr unterschiedliche, immer aber eigenständige Wege – zwischen Rebellion und Anpassung, zwischen Utopie und Untergang.

Neben Werken aus den Sammlungen von Peter Ludwig und Willi Kemp, die schon früh Künstler aus der DDR förderten, werden Leihgaben aus allen wichtigen ostdeutschen Museen gezeigt.

Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft des deutschen Bundespräsiden- ten Frank-Walter Steinmeier.