Bernhard Heisig (1925–2011) spielte in seiner Funktion als Rektor der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig (HGB) als auch als Künstler in Leipzig eine bedeutende Rolle für die kulturelle und gesellschaftliche Entwicklung der Stadt. Auch das MdbK Leipzig ist mit der Kunst Bernhard Heisigs seit langem eng verbunden. Seine erste größere Ausstellung hatte er hier 1966. Weitere Einzelausstellungen folgten 1973, 1985 und 2005.

Nun widmet sich das Museum der bildenden Künste dem Œuvre Heisigs mit Blick auf die eigene Sammlung. Mit 24 Gemälden, über 30 Zeichnungen und mehr als 600 druckgrafischen Blättern besitzt das Museum einen umfangreichen Bestand an Arbeiten des Leipziger Künstlers. Die Sammlung wurde seit den 1960er Jahren aufgebaut und stellt die gesamte Bandbreite Heisigs künstlerischen Schaffens in allen Medien dar. Ergänzt wird der Museumsbestand durch sieben Gemälde, die 2009 im Rahmen der Dauerleihgabe künstlerischer Positionen der DDR aus der Peter und Irene Ludwig Stiftung in das MdbK kamen.Die Ausstellung präsentiert ausgewählte Werke aller Schaffensphasen des Künstlers: Heisigs Malerei umfasst neben aufwühlenden, zeitkritischen Bildallegorien auch Stillleben und Landschaftsgemälde. Das Porträt nimmt in seinem Werk eine zentrale Rolle ein. Wichtige Akteure der Leipziger Kulturszene, wie der Dirigent Kurt Masur und der Verleger Hans Marquardt, wurden von dem Künstler auf eindringliche Weise dargestellt. Ebenfalls Teil der Ausstellung ist eine kleine Auswahl druckgrafischer Selbstporträts Heisigs.