Wie kaum ein anderes Medium in Deutschland steht BILD für die Fotografie. Aus einer Collage von Fotos schuf Axel Springer 1952 BILD, aus der die größte Medienmarke Europas wurde. Es sind auch die Bilder, die BILD so einzigartig machen. Viele internationale Fotokünstler arbeiten daher mit BILD zusammen und rücken Prominente in das Licht der Öffentlichkeit.

„Für die BILD-Zeitung gilt das Prinzip: Wer mit ihr im Aufzug nach oben fährt, der fährt auch mit ihr im Aufzug nach unten.“ So fasste Springer-Chef Mathias Döpfner 2006 im Spiegel zusammen, welche Bedeutung die Darstellung von Prominenz in der BILD für die weitere Karriere in der Öffentlichkeit haben kann.

Zahlreiche Prominente sind Gast in der Chefredaktion von BILD. Bei Kai Diekmann, Ex- Chefredakteur BILD, hieß es am Ende jedes Besuchs immer: „Lassen Sie uns noch schnell ein Foto machen.“ Dabei sind außergewöhnliche Porträts herausragender BILDFotografen entstanden, alle vor einem Kunstwerk des Berliner Künstlers Jens Lorenzen. Es zeigt das BILD-Logo, versehen mit dunklen Flecken auf der weißen Weste und einem diagonalen Riss. „Die Aufnahmen collagieren ein Porträt der Berliner Republik in einer globalisierten Welt, eine offene Gesellschaft mit Besuchern aus aller Herren Länder. Gleichzeitig beeindrucken diese Aufnahmen mit ihrem nahezu familiären Charakter und zeigen, wie sehr sich der Umgang von BILD mit der Prominenz und von der Prominenz mit BILD in den letzten Jahren geändert hat“, so Kai Diekmann, der an seinem letzten Tag als BILD-Chef von Fotografin Kiki Kausch selbst in seinem leeren Büro abgebildet wurde.

190 dieser „Familienporträts“, von Pamela Anderson über Helmut Kohl, Jogi Löw bis hin zu Richard von Weizsäcker, wird die Kunsthalle Rostock ab dem 17. Januar 2019 bei „bildRAUM“ ausstellen. Die Bilder in ihrem Atrium, einem besonderen Raum mit sieben Meter hohen Decken, installiert. „Als Highlight der Ausstellung haben wir den Fotografien die originale Couch und das BILD-Bild aus dem Büro der Chefredaktion beigestellt. Auf der gegenüberliegenden Wand betrachtet man das Foto von Kai Diekmann an seinem letzten Tag“, erläutert Dr. Uwe Neumann, Leiter der Kunsthalle Rostock. „Der Raum wird zu einer Gesamtinstallation. Die Welt der BILD-Chefzentrale kann von außen, wie ein Aquarium, betrachtet werden, gleichzeitig ist sie begehbar. Die Besucher haben die Möglichkeit, selbst auf der Couch Platz zu nehmen und so die privilegierte Perspektive der Fotografierten einzunehmen.“


Künstlerbiografien

Jens Lorenzen:
Jens Lorenzen, 1961 geb. in Schleswig, lebt und arbeitet seit 1991 in Berlin. Kunst studiert hat er bei Prof. Hermann Albert an der HBK Braunschweig. Sein Werk war in zahlreichen nationalen und internationalen Ausstellungen zu sehen. U.a. in der CWC Gallery (Berlin), in der Galerie v. Braunbehrens (Stuttgart), in der De Buck Gallery (New York), Tangent Art (San Francisco), Galerie Frey (Wien), Galleria Rizzi (Mailand), in den Museen Ephraim Palais (Berlin), Museumsberg (Flensburg), Städtisches Museum Braunschweig, Museum Schloss Wilhelmsburg (Schmalkalden), Museum Sonderjylland (Sonderburg). Seine Bilder befinden sich in zahlreichen privaten und öffentlichen Sammlungen, u.a. Museumsberg Flensburg, Sixth Floor Museum, Dallas TX . Im Mittelpunkt seines Schaffens steht seit 2008 "Die Mauer". Ein Text aus einem potentiell
endlosen Bilderstrahl.

Kiki Kausch:
Kiki Kausch studierte Germanistik und Romanistik in Heidelberg und Mainz. Zunächst als Nachrichtenredakteurin beim ZDF tätig, entdeckte sie die Kraft von Bildern, die ganze Geschichten erzählen. Ihre erste Arbeit war im Jahr 2006 bei c/o Berlin zu sehen im Rahmen der Ausstellung „Karl Lagerfeld. One man show“, das den Modeschöpfer als anerkannten Fotografen vorstellte. Das Triptychon von Kiki Kausch zeigt den Modeschöpfer bei der Arbeit, als „man at work“. In den Folgejahren wurden ihre Fotografien in zahlreichen Ausstellungen rund um den Erdball gezeigt: in New York gemeinsam mit Werken von Andy Warhol; in Hong Kong, Singapur, Shanghai, Miami. Sie sind in Museen und Ausstellungshäusern wie dem Martin-Gropius-Bau ebenso zu sehen wie in den großen Galerien in Berlin, München und Frankfurt. Ihre Reihe „Drei Minuten mit“, in der sie versucht, Hollywood-Stars im Büro des BILDChefs innerhalb von drei Minuten auf fotografische Weise kennenzulernen, wurde bereits im Sommer 2018 in der Kunsthalle Rostock gezeigt. Nun ist ihr Werk „Last day in the office“ Teil der bildRAUM-Ausstellung.

Richard von Weizsäcker Fotograf: Daniel Biskup 2012
17.01. - 17.03.2019

bildRAUM - Rauminstallation in der Kunsthalle Rostock – Menschen im Chefbüro bei BILD

Kunsthalle Rostock

Hamburger Straße 40
18069 Rostock