Der Tanz erlebt Anfang des 20. Jahrhunderts eine ungeahnte Blüte. Als sinnliche Gegenkraft und unmittelbares Ausdrucksmedium inspiriert er die Kunst und das kulturelle Leben. Unter den Expressionisten war es vor allem auch Max Pechstein (1881–1955), der den Tanz als Inbegri von Bewegung und individuellem Ausdruck zum wichtigen Sujet erhob. Das Thema des Tanzes durchzieht das Werk des Mitglieds der Künstlergruppe Brücke, der selbst leidenschaftlich getanzt hat, wie einen roten Faden.

In Kooperation mit den Kunstsammlungen Zwickau wendet sich das Ausstellungsprojekt erstmals der Bedeutung des Tanzes im Werk des namhaften Expressionisten zu. Ausgehend von den expressionistischen Tanzdarstellungen, über die exotischen rituellen Tänze aus Palau, die Darstellungen der Gesellschaftstänze der Goldenen 1920er-Jahre, die Pechstein in Berlin erlebte, bis zu den Erinnerungen an Palau in seinem Spätwerk werden rund 70 Arbeiten in Form einer chronologisch-thematischen Präsentation vorgestellt.

Ergänzt werden diese darüber hinaus in der Tübinger Präsentation mit ausgewählten Tanzdarstellungen anderer Expressionisten sowie kulturhistorischen Exponaten. So werden die Werke mit Fotografien, Filmen und historischen Kostümen in Dialog gebracht, um die Faszination des Expressionisten Max Pechstein für die Unterhaltungs- und Tanzkultur zu Beginn des 20. Jahrhunderts im Crossover der Medien zu veranschaulichen.