Mit der 2013 geschaffenen Installation Give Us, Dear hat das Künstlerduo Matthias Böhler (geb. 1981) und Christian Orendt (geb. 1980) eine beeindruckende Metapher für den Raubbau des Menschen an der Natur geschaffen.

Schon in ihren Ausmaßen ist die vielteilige Skulptur riesenhaft: Sie misst etwa 140 x 220 x 800 cm und erinnert zunächst ganz assoziativ an King Kong. Im Zentrum liegt eine etwa 6,5 Meter lange, zwischen menschlichem und tierischem Aussehen changierende Kreatur. Rundherum machen sich an dem riesigen, behaarten Monstrum rund 500 kleine anthropomorphe Wesen zu schaffen. Die etwa streichholzgroßen Parasiten bearbeiten ihren Wirt, um verschiedene „Roh- stoffe“ zu gewinnen.

Ein fantastisches Bild, das dank detailversessener Darstellung eine makabre Drastik ausstrahlt. Geht der Betrachter näher heran, so verwandelt sich der monströse Tierkörper in der Nahsicht in eine Art Landschaft, deren Schätze im Tagebau geplündert werden. Mit Sägen, Messern und einer Art Pflug ernten die aus Draht gefertigten Figuren zum Beispiel Hautlappen oder es wird Speichel in Fässer abgefüllt.

Die seit 2008 als Duo zusammenarbeitenden Künstler Böhler & Orendt schaffen ein erzählerisches Universum, das mit viel Geist und Witz unserer Endzeit den Spiegel vorhält. In der skulpturalen Installation Give Us, Dear veranschaulichen sie auf drastisch-direkte Weise eine Spezies, die der Ökonomie und dem Profit alles unterwirft. In ihrem Tun lässt sich diese nicht von der Tatsache abhalten, dass ihr Wirt wohl eines Tages erwachen oder sterben wird.

Eine Kooperation des Neuen Museums mit Elke Antonia Schloter und Volker Koch.