Der Hamburger Wolfgang Skoluda ist ein herausragender Schmuckkünstler, aber auch ein leidenschaftlicher Kenner und Sammler antiker Glyptik. So bindet er neben anderen Spolien immer wieder geschnittene Steine der Antike in seine einzigartigen Schmuckkreationen ein. Die Originale aus unterschiedlichen Kulturen werden phantasievoll kombiniert und durch frei modellierte Edelmetallteile spielerisch ergänzt. Seine Arbeiten, die Wolfgang Skoluda seit 60 Jahren auf Ausstellungen im In- und Ausland präsentiert, sind heute vielfach besondere Attraktionen in privaten und öffentlichen Sammlungen. Die Staatlichen Antikensammlungen, die  eine der weltweit schönsten und bedeutendsten Sammlungen griechischen und etruskischen Schmucks besitzen, geben nun einen Überblick über seine lange Schaffensperiode, eine harmonische Symbiose von Antike und Gegenwart, immer geprägt von Lebenslust, Liebe zur Schönheit und feiner Empfindsamkeit.

Dieser Beruf ist Skoluda nicht in die Wiege gelegt worden. Sein Weg führt zunächst über eine Schneiderlehre beim Vater, dann eine Modeschule und das Kunststudium der Illustration und Malerei, bis er sich – eher zufällig – entschließt, fortan vor allem Schmuck herzustellen, als Autodidakt. Aber all diese Stationen haben in seinen Schmuckarbeiten sichtbare Spuren hinterlassen, die erworbenen Fähigkeiten sind in seine Werke eingeflossen. So entwickelt er neue Techniken, um die Glieder seiner Schmuckstücke zu verbinden, sie zu schließen oder wie ein Stück Stoff an der richtigen Stelle zu fixieren. Er ist Künstler und Handwerker; von der Entwurfsskizze bis zur letzten Politur stammt alles aus seiner Hand.

Seine Neugier und sein Sinn für Schönheit lassen Skoluda immer wieder in die faszinierende Welt der geschnittenen Steine eintauchen. Die Gemmen und Kameen stammen aus Ägypten, Mesopotamien, Persien, Griechenland, Etrurien oder Rom und wurden in unterschiedlichen Kontexten verwendet: An einem Band oder einer Kette um den Hals getragen oder in einem Ring gefasst am Finger dienten sie als Siegel und als Schmuck, nicht selten schrieb man ihnen magische Wirkung zu und trug sie als Amulett. Ihre Herkunft aus fernen Ländern macht sie besonders kostbar und damit geeignet zur Repräsentation. Neben dem materiellen Wert spielen die Bilder eine wichtige Rolle; sie verweisen auf die Welt der Götter und Helden, bedienen sich auch aus der Tierwelt oder dem „Alltagsleben“ der Sterblichen. Bis heute nie wieder erreicht ist die Meisterschaft griechischer und römischer Steinschneider, von denen die Besten zu Lebzeiten gefeierte Künstler waren. Mit den antiken Gemmen vollzieht Skoluda auch den bewussten Wechsel von Silber zu Gold, dem passenderen Material für ihre Fassung.

Der Schmuck von Wolfgang Skoluda ist unverwechselbar. Seine Arbeiten erscheinen mit ihrer leuchtenden Farbigkeit, ihrer Opulenz und vor allem mit dem Festhalten am traditionellen Gold wie aus der Zeit gefallen. Der Autodidakt bleibt sich stets treu, folgt nicht dem Zeitgeist, den Moden der Konzeptkunst oder des Autorenschmucks. Trotzdem oder gerade deshalb ist er seit 60 Jahren erfolgreich.

Die Ausstellung eröffnet parallel zur Sonderschau „Schmuck 2019“ der Internationalen Handwerksmesse München.