Sound, Vision, Film, zerstörtes Klavier: Was passiert, wenn Musiker*innen sich an Ideen und Strategien aus der Kunstwelt orientieren? Und was für Bilder entstehen, wenn Maler*innen sich von Musik treiben lassen? Am Leben der Anderen interessiert zu sein, das Unbekannte zu verfolgen, es zu kopieren, es in die eigene Arbeit zu einzusetzen und zu benutzen, kurz: ein Cross-mapping zwischen den Welten der Musik und der bildenden Kunst zu betreiben, davon handelt die von dem Ex-Spex- und Electronic Beats-Chefredakteur Max Dax kuratierte Ausstellung HYPER! A JOURNEY INTO ART AND MUSIC.

An der Ausstellung in der Halle für aktuelle Kunst und ihrem musikalischen Rahmenprogramm HYPER! SOUNDS in der Elbphilharmonie nehmen über 60 internationale Künstler*innen und Musiker*innen teil, die sich explizit im Grenzgebiet der Disziplinen Kunst und Musik bewegen und — von der Öffentlichkeit oft unbemerkt — in ihrer Kunst dezidiert entsprechend Bezüge auftauchen lassen. Superstars aus der Kunst- und Musikwelt wie Andreas Gursky, Kim Gordon, Alexander Kluge, Rosemarie Trockel und Wolfgang Tillmans stehen Avantgardisten wie Arthur Jafa, Thomas Scheibitz, Peter Saville oder Arto Lindsay gegenüber. Erzählerisch zusammengehalten wird die Ausstellung durch Dutzende von Interviews, die Max Dax mit den Protagonisten der HYPER!-Show in den vergangenen Jahren geführt hat.

Die Ausstellung HYPER! wird für die Besucher ein umfassendes Ausstellungserlebnis mit über 200 Werken darstellen: Neben Gemälden, Zeichnungen, Fotografien, Skulpturen und Rauminstallationen, die sich seitens der bildenden Kunst mit Musik befassen, wird es zahlreiche hybride Multimedia-Arbeiten geben, die den Wechselbezug zwischen Musik, Video und bildender Kunst ausloten. Moderne Klassiker wie Peter Savilles berühmtes dysfunktionales Riesen-Billboard zur Bewerbung von New Orders Technique-Album oder die Gemälde Emil Schults, die 1974 die Basis zu Kraftwerks Autobahn-Cover darstellten, treffen auf atemberaubende 3D-Videoinstallationen wie  Night Life (2015) von Cyprien Gaillard oder die verstörend funktionalen Powerbanks-Skulpturen von Britta Thie.

Der Einfluss von Richard Wagner auf das Werk des 2010 verstorbenen Aktionskünstlers Christoph Schlingensief wird ebenso zu sehen sein, wie Alexander Kluges Video-Kommentar dazu. Positionen von Daniel Richter, Sarah Morris und Bettina Scholz stehen für einen unterschiedlichen Einfluss von Musik auf die Malerei, Fotografien von Andrea Stappert, Sven Marquardt und Richard Prince und Videoarbeiten von Mark Leckey, The KLF, Nora Lawrenz und Bettina Pousttchi erweitern die Ausstellung ins Dokumentarische/Multimediale.

In Ergänzung zur Ausstellung präsentieren Albert Oehlen, Rosemarie Trockel und Hans Ulrich Obrist unter dem Titel »HYPER! Sounds« Konzerte in der Elbphilharmonie u.a. von Arto Lindsay, Daniel Blumberg, Kristof Schreuf, Den Sorte Skole, GAS und Kreidler. Weitere Informationen unter www.musikfest-hamburg.de.

Eröffnet wird HYPER! am 28. Februar 2019 mit einem Konzert von Freiwillige Selbstkontrolle / F.S.K. unter dem Motto: »Ein Haufen Scheiß und ein zertrümmertes Klavier«, in welchem die in der Rockmusik gepflegte Tradition der Zerstörung von E-Gitarren auf der Bühne mit der Fluxus-Praxis der Zertrümmerung von Klavieren rückgekoppelt wird. Weitere Konzerte mit Marcel Dettmann, Asmus Tietchens und André Vida sind in Planung.


Der Sound zur Ausstellung HYPER! A JOURNEY INTO ART AND MUSIC in den Deichtorhallen Hamburg. Zusammengestellt von Max Dax.

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ERÖFFNUNG
Am Donnerstag, 28. Februar 2019 um 19 Uhr in der Halle für aktuelle Kunst.
Es sprechen: Dirk Luckow (Intendant Deichtorhallen Hamburg) und Max Dax (Kurator der Ausstellung) Anschließend findet ein Konzert von Freiwillige Selbstkontrolle / F.S.K. unter dem Motto: »Ein Haufen Scheiß und ein zertrümmertes Klavier« statt.