Die Präsentation versammelt grafische Werke von Künstler*innen, die sich mit Fragen nach Rollenzuschreibungen, Geschlechteridentität und der Tragfähigkeit gesellschaftlicher Normen auseinandersetzen. Das intimere Format und der häufig spontanere Gestus von Zeichnung, Druck oder Fotografie erweist sich als besonders geeignet für Reflexionen über die eigene Identität und das eigene Sein in der Welt.

Für die gezeigten Künstler*innen gehört es zum selbstgestellten künstlerischen Auftrag, die vermeintliche Normalität von Heterosexualität und damit der Zwei-Geschlechter-Ordnung in Zweifel zu ziehen und Visionen geschlechtlicher und sexueller Vielfalt in Kunst und Gesellschaft zu entwerfen. Geschlecht, Sexualität und der Diskurs über eine damit verbundene Rollenverteilung bilden den thematischen Schwerpunkt. Jedoch können diese Aspekte nicht losgelöst von anderen Dimensionen gesellschaftlichen Zusammenlebens betrachtet werden. Unmittelbar damit zusammen hängen die Erforschung von Konstruktion, Inszenierung und Auflösung des Künstler*innen-Egos sowie des Verhältnisses zwischen Betrachter*innen und Kunstwerk.

Mit Werken aus der grafischen Sammlung des Kunstmuseum Bonn, u.a. von Rudolf Bonvie, Walter Dahn, Jürgen Klauke, Ulrike Rosenbach, Niki de Saint-Phalle, Katharina Sieverding, Wolfgang Tillmans.